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Suizidalität bei Frauen
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Menstruation als Risikofaktor

Bereits frühere Studien lieferten Hinweise darauf, dass das Suizidrisiko von Frauen in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus schwanken und insbesondere kurz vor oder nach Beginn der Menstruation erhöht sein könnte. Diese Annahme bestätigt nun auch eine aktuelle Studie von Forschenden der University of Illinois in Chicago. 
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 20.12.2023  13:00 Uhr

Frauen, die in der Vergangenheit Suizidgedanken hatten, haben in der prämenstruellen Phase und während der ersten Tage der Menstruation möglicherweise ein erhöhtes Risiko für suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen. Dies legt neben früheren Studien nun auch eine aktuelle Publikation nahe, die kürzlich im Fachjournal »American Journal of Psychiatry« erschienen ist. Es ist die erste Längsschnittstudie zum Thema. 

Die Menstruation sei einer der wenigen vorhersehbaren Risikofaktoren, der darauf hinweisen könnte, wann ein Suizidversuch wahrscheinlicher ist, betont Seniorautorin Professor Dr. Eisenlohr-Moul in einer Pressemitteilung. Ärzte beziehungsweise Bezugspersonen sollten suizidgefährdete Patientinnen in dieser Zeit daher besonders aufmerksam betreuen.

In die Studie wurden 119 Frauen einbezogen, die in psychiatrischer Behandlung waren und in den letzten Monaten Suizidgedanken hatten. Die Frauen füllten über mindestens einen Menstruationszyklus hinweg täglich Fragebögen aus, in denen sie Angaben über Gefühle wie Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Angst oder Überforderung machten. Sie sollten auch notieren, wenn sie an Suizid dachten. Die Forschenden um Dr. Jaclyn Ross und Jordan Barone überprüften mittels statistischer Modelle, ob der Menstruationszyklus die täglichen psychiatrischen Symptome beeinflusste und wie diese mit Suizidgedanken und -plänen zusammenhingen. 

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