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Wechseljahre
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Menopause verändert den Körper schlagartig

Die Menopause ist offenbar weit mehr als ein allmählicher hormoneller Übergang. Vielmehr kommt es rund um die letzte Menstruation zu einem tiefgreifenden physiologischen Einschnitt, der zahlreiche Organsysteme gleichzeitig betrifft. Das zeigt die Auswertung der Daten von mehr als 300 Millionen Laboruntersuchungen von etwa einer Million Frauen, die gewissermaßen einen regelrechten physiologischen Abgrund zum Zeitpunkt der Menopause nahelegen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 13.10.2026  10:15 Uhr

Knochenstoffwechsel besonders betroffen, Eisenstoffwechsel profitiert

Das Ergebnis überraschte selbst die Wissenschaftler: Bei 52 der 90 untersuchten Laborparameter zeigten sich signifikante, sprunghafte Veränderungen rund um die Menopause. Diese betrafen keineswegs ausschließlich die Sexualhormone. Bei gleichaltrigen Männern fanden sich keine vergleichbaren abrupten Veränderungen. Die Ergebnisse waren zudem in den amerikanischen und israelischen Datensätzen bemerkenswert konsistent.

Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen im Knochenstoffwechsel. Die Knochendichte nahm rund um die Menopause deutlich ab, während sich verschiedene Marker des Knochenumbaus veränderten. Diese Befunde passen zu der bekannten protektiven Wirkung der Estrogene auf das Skelett und erklären die beschleunigte Entwicklung einer Osteoporose nach der Menopause.

Auch im Lipidstoffwechsel zeigte sich ein markanter Einschnitt. Unter anderem stiegen LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin an. Gleichzeitig veränderten sich verschiedene Leberparameter, darunter Alanin-Aminotransferase (ALT), alkalische Phosphatase (AP) und Gamma-Glutamyltransferase (GGT).

Zudem zeigten Parameter der Nierenphysiologie und des Flüssigkeitshaushalts deutliche Veränderungen. Dagegen blieben andere Parameter, darunter freie Schilddrüsenhormone, Parathormon, Folat und Fibrinogen, weitgehend ohne erkennbare sprunghafte Veränderungen. Somit wirkt sich die Menopause nicht auf sämtliche physiologischen Systeme gleichermaßen aus.

Eine bemerkenswerte Ausnahme von den überwiegend ungünstigen Veränderungen betraf den Eisenstoffwechsel. Mit dem Ende der Menstruationsblutungen stiegen Ferritin und Hämoglobin an, während die Häufigkeit von Anämien zurückging. Die Forschenden sehen darin einen physiologisch plausiblen positiven Effekt der Menopause.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen begleiten die physiologischen Veränderungen

Die Veränderungen der Laborparameter gingen mit einer zunehmenden Häufigkeit verschiedener gesundheitlicher Beeinträchtigungen einher. Besonders deutlich war die beschleunigte Zunahme von Osteoporose nach der Menopause. Auch für kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zeigten die rekonstruierten Verläufe eine zunehmende Krankheitslast. Anders als die teilweise abrupten Veränderungen der Laborwerte entwickelten sich die klinischen Erkrankungen jedoch überwiegend graduell.

Bei depressiven Symptomen und Schlafstörungen zeigte sich ein anderes Muster. Hier beobachteten die Wissenschaftler einen vorübergehenden Anstieg rund um die Menopause, der sich anschließend teilweise wieder zurückbildete. So lag der Anteil von Frauen mit mindestens moderaten depressiven Symptomen im ersten Jahr nach der Menopause bei 19 Prozent, verglichen mit durchschnittlich 11 Prozent in den darauffolgenden 24 Jahren. Allerdings weisen die Forschenden darauf hin, dass depressive Beschwerden bei einem Teil der Frauen auch langfristig bestehen bleiben können.

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