| Daniela Hüttemann |
| 08.04.2026 13:28 Uhr |
Burs gab in der anschließenden Diskussion zu bedenken, dass aus einer Nachweispflicht auch bei einer Nichteinhaltung Konsequenzen folgen müssen. Das alles erfordere großen Aufwand. Die Kammer Niedersachsen will lieber weiter auf Freiwilligkeit und Motivation setzen. Dazu bietet sie selbst zahlreiche Web- und Präsenzveranstaltungen an – mit verschiedenen Formaten, von relativ kurzen Vorträgen und Webinaren in der Mittagspause oder am Abend bis zur viertägigen Tagung auf Langeoog, die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfinden soll.
2025 waren es insgesamt 257 Veranstaltungen mit 12.267 Teilnehmenden, berichtete Martina Dreeke-Ehrlich, Vorsitzende des Fortbildungsausschusses. Dabei legten vor allem die Präsenzveranstaltungen wieder zu. Dort gehe es nicht nur um reine Wissensvermittlung, sondern auch um Begegnung und Austausch.
Natürlich ging Burs auch auf den aktuellen Stand zur Apothekenreform ein. Neben der immer noch ausbleibenden Honorarerhöhung warnte sie noch einmal vor den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums, eine PTA-Vertretung einzuführen und das Einrichten von Zweigapotheken zu erleichtern. »Es ist vollkommen unnötig und übergriffig vom BMG und der Bundesregierung, bewährte Strukturen auf den Kopf zu stellen. Und das dann auch noch handwerklich so schlecht«, sagte Burs.
Dass es eher Verschlimmbesserungen statt Nachbesserungen bei der PTA-Vertretungs-Regelung durch das Kabinett gibt, ist ihr völlig unverständlich. Auf die ursprünglich angedachte zweijährige Schulung zur Weiterqualifizierung der PTA soll nun verzichtet werden, nun ist nur noch von »Erfahrung« die Rede. Nicht in jeder Apotheke soll die PTA vertreten dürfen, sondern nur in ländlichen Regionen mit Mindestabstand von 6 km zur nächsten Apotheke und beschränkt auf 20 Tage im Jahr, maximal zehn Tage am Stück.
»Da suchen Sie vergebens nach Sachverstand und Sinn in dieser Flickschusterei einer Vertretungsregelung«, kritisierte Burs. »Diese Regelung ist weder praxistauglich noch justiziabel. Sie bietet unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung von Apotheken außerdem prompt ein Einfallstor für Streit.«
Dass diese Regelung nach fünf Jahren neu evaluiert und bewertet werden soll, tröstet nicht. »Ich weiß nicht, ob das ein neuer Trend in unserer Gesetzgebung ist, einfach mal Regelwerke zur Probe zu machen. Das ist schon beim Cannabis-Gesetz richtig schiefgegangen und hat zu einem Schaden geführt, der nicht einfach zu beheben ist.« Burs fürchtet auch einen großen Schaden bei der PTA-Vertretung, der sich nicht mehr rückgängig machen lassen könnte. Zugleich müsse der Beruf weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit dem Bundesverband der PTA soll ein Konzept entwickelt werden.
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