| Daniela Hüttemann |
| 08.04.2026 13:28 Uhr |
»Unser Berufsstand ist reformfähig und reformwillig. Darauf vertraue ich«, sagt Niedersachsens Kammerpräsidentin Cathrin Burs. / © PZ/Daniela Hüttemann
Die aktuell vorherrschende Misstrauenskultur und in der Folge eine Überregulierung in vielen Bereichen waren ein Schwerpunkt von Cathrin Burs’ Lagebericht bei der heutigen Kammerversammlung der Apothekerkammer Niedersachsen in Hannover. Bürokratie werde seit Jahren immer weiter aufgebaut – entgegen der Versprechungen, sie abzubauen.
»Unser Berufsstand ist reformfähig und reformwillig. Darauf vertraue ich«, so die Kammerpräsidentin. Apothekerinnen und Apotheker hätten in der Vergangenheit immer wieder eindrucksvoll Herausforderungen gemeistert. »Prominentes Beispiel ist die Corona-Pandemie, in der Apothekerinnen und Apotheker sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich über sich hinausgewachsen sind und sich im Krisenmanagement bewiesen haben.«
Vor diesem Hintergrund kritisierte sie scharf den Vorstoß der Bundesapotheker, die bereits bestehende Fortbildungspflicht in Zukunft zu kontrollieren. Eine entsprechende Ankündigung habe es im Rahmen des Pharmacon Schladming im Januar gegeben – bevor es entsprechende Diskussionen in den entsprechenden Gremien gegeben habe. »Weder Timing noch Verfahren sind der Bundesapothekerkammer geglückt«, so Burs im Hinblick auf die aktuelle Lage der Apotheken und das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Apothekenreform.
»Ich habe Verständnis dafür, dass in Vorbereitung auf Gremiensitzungen Konzepte erstellt werden. Dass aber vor einem abschließenden Votum auf dem Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer eine Nachweispflicht für die Fortbildung verkündet wird, befremdet mich doch sehr.« Sie hinterfragte die Motivation dieses Vorstoßes. Ein pauschaler Bezug auf das Ausland reicht ihr nicht aus.
»Beim Gesetzgeber fordern wir Zurückhaltung in seinem Regelungsaktivismus ein, dann kann doch für uns nichts anderes gelten. Wir prangern unnötigen Bürokratismus an und setzen selbst ein detailverliebtes Regelwerk auf die Agenda, das für Verwaltungsaufwand steht, aber keine Qualität garantiert«, kritisierte Burs. Doch gerade um Qualität müsse es gehen. Die Gleichung: 16 Fortbildungspunkte + Selbststudium = gute Qualität bezeichnete sie als »kühn«. Fortbildungs- und QM-Zertifikate allein würden nicht vor Fehlern schützen. Natürlich müsse die Qualität weiterentwickelt werden. Sie vertraue nun auf den innerverbandlichen demokratischen Prozess.
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