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Personalnot
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Mehr Ausbildung, mehr Wertschätzung

Die Personalnot ist in nahezu jeder Apotheke präsent – es fehlt an Nachwuchs. Dabei ist der Apothekerberuf anspruchsvoll, vielseitig und spannend. »Ich würde wieder Pharmazie studieren«, lautete die einhellige Meinung bei einer Diskussionsrunde beim Thüringer Apothekertag.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 22.04.2024  15:06 Uhr

Pharmazeutische Aufgaben erfordern mehr Personal

Um die Qualität sorgt sich auch Dr. Jörg Wittig, Apothekeninhaber in Schleiz. Er spüre die Personalnot ständig, obwohl alle Stellen in seiner Apotheke besetzt seien. »Wir erleben gerade die Auflösung eines Systems: Wir verlieren immer mehr Apotheken, aber die Patienten sind ja da.« Individuelle Beratung, komplexe Therapien und pharmazeutische Dienstleistungen erforderten mehr Zeit. Der Beruf entwickle sich damit in die richtige Richtung, konstatierte der Vizepräsident der LAKT. »Wir bringen Qualität und Leben, aber die Politik ist das Problem.«

Personalnot spüren Krankenhausapotheken aus anderem Grund, berichtete Dr. Manuela Pertsch, Erste Vorsitzende des Landesverbands Thüringen im Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker. Sie würde gerne Personal für spannende Aufgaben am Krankenbett einstellen, habe aber kein Budget dafür, so die Chefapothekerin am SRH Wald-Klinikum Gera. »Wir bieten sehr attraktive Arbeitsplätze mit interessanten Aufgaben, aber wir kämpfen mit der Finanzierung.« In anderen europäischen Ländern würden Krankenhausapotheker mehr wertgeschätzt. Als Beispiel nannte sie die Niederlande.

Wie steht es um die PTA?

Auch viele PTA-Schulen haben Personalnot, denn es fehlen Approbierte als Lehrkräfte, berichtete Silvia Grabs, PTA-Lehrkraft und Mitglied der Geschäftsleitung der Carl Remigius Fresenius Education Group. Gebe es nicht genügend Lehrkräfte, könnten PTA-Klassen nicht eröffnet werden.

Der PTA-Beruf selbst sei sehr attraktiv und in fast allen Bundesländern müsse kein Schulgeld mehr bezahlt werden. »Trotzdem entscheiden sich viele Interessierte für einen Beruf mit Ausbildungsvergütung und mit mehr Aufstiegschancen. Auch in puncto Gehalt gibt es attraktive Mitbewerber.« Die wirtschaftliche Sicherheit sei auch den Eltern zunehmend wichtig.

Generell habe die öffentliche Apotheke ein positives Image bei den PTA-Schülern, versicherte Grabs. Die meisten wollten hier arbeiten, manche auch im Krankenhaus. Famulatur und Praktika sind aus ihrer Sicht sehr wichtige Stellschrauben für die Nachwuchssicherung.

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