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Morbus Parkinson
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Mehr als ein Zittern

Bei Parkinson denken viele an Hände, die kaum ein Wasserglas halten können. Dabei hat die Erkrankung viele Gesichter. Was sind erste Anzeichen und was bedeutet die Diagnose für den Alltag?
AutorKontaktdpa
Datum 10.04.2026  16:00 Uhr

Schlafstörungen können frühe Anzeichen sein

Eine Parkinson-Erkrankung kann aber auch Symptome abseits von Bewegungsstörungen haben, etwa:

  • Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken
  • Riechstörungen
  • Verdauungsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz

Erste Anzeichen können bereits viele Jahre vor den Hauptsymptomen auftreten. »Dazu gehören beispielsweise REM-Schlaf-Verhaltensstörungen«, sagt Andrés Ceballos-Baumann. REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movement, was so viel wie schnelle Augenbewegung bedeutet. Betroffene schreien, schlagen oder treten in dieser Schlafphase um sich. »Auch teilweise aggressive und wiederkehrende Träume zählen zu REM-Schlaf-Verhaltensstörungen«, so Brit Mollenhauer, die Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel ist.

Weitere frühe Anzeichen können laut Ceballos-Baumann sein:

  • eine verkleinerte Handschrift
  • Riechstörungen
  • einseitige Schulterschmerzen
  • vermindertes Mitschwingen der Arme beim Gehen
  • Verstopfung
  • leiser werdende Stimme
  • ein maskenhaft wirkender Gesichtsausdruck

Vom Verdacht zur Diagnose

Hat man den Verdacht, möglicherweise Parkinson zu haben, ist ein Facharzt oder eine Fachärztin für Neurologie die richtige Anlaufstelle. Im Fokus der Diagnostik stehen Symptome wie Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit, Ruhezittern und körperliche Instabilität. »Ein Parkinson-Syndrom liegt vor, wenn sich mindestens ein Kernsymptom zeigt wie verlangsamte oder kleiner werdende Bewegungen plus ein weiteres Kernsymptom wie Zittern in Ruhe oder Muskelsteifigkeit«, so Andrés Ceballos-Baumann. Auch bildgebende Verfahren des Gehirns wie MRT und CT kommen zum Einsatz.

Eine weitere Methode, um die Diagnose Parkinson-Krankheit abzusichern: Patientinnen und Patienten nehmen testweise das gängige Parkinson-Mittel L-Dopa ein. »Kommt es dadurch zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden, spricht das für die Parkinson-Krankheit im engeren Sinne«, sagt Ceballos-Baumann.

Medikamente sollen den Dopaminmangel ausgleichen

Medikamente können den Alltag erleichtern. »Die Symptome lassen sich lindern, indem der Körper Dopamin als Arzneimittel zugeführt bekommt«, sagt Mollenhauer. Je nach Art und Schwere der Symptome bekommen Betroffene Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie verordnet. »So können sie über viele Jahre eine gute Lebensqualität haben«, sagt Ceballos-Baumann.

Spezielle Kliniken bieten Parkinsonpatienten stationär Medikamentenein- und -umstellungen auch in Kombination mit Anwendungen wie Physio- und Ergotherapie an. Multimodale Komplextherapie nennt sich das.

Die Wirkung der Medikamente kann sich mit Fortschreiten der Erkrankung verändern. Die Ärztin oder der Arzt muss daher die Dosierung und Kombination der Parkinson-Medikation häufig anpassen. Für eine optimale Wirkung sind die Medikamente zu festen Uhrzeiten einzunehmen. Zu den Nebenwirkungen zählen laut Ceballos-Baumann etwa Übelkeit, Schwindel oder Halluzinationen.

Neben Medikamenten in Tablettenform gibt es auch andere Formen wie Pflaster oder die Möglichkeit von Medikamentenpumpen. Zudem steht die Tiefe Hirnstimulation (THS) als Möglichkeit vor allem für jüngere Patientinnen und Patienten zur Verfügung, um Medikamente einzusparen.

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