Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hitzesommer 2024
-
Mehr als 60.000 Hitzetote in Europa

Die Hitzebelastung war im vorigen Jahr europaweit dramatisch. Sehr stark fiel sie laut einer Studie auch in Deutschland aus. Hier wird die Zahl der Hitzetoten auf 6300 beziffert.
AutorKontaktdpa
Datum 22.09.2025  17:30 Uhr
Mehr als 60.000 Hitzetote in Europa

Der Rekordsommer 2024 hat in Europa einer Studie zufolge mehr als 62.700 Hitze-Tote verursacht. Damit war die Zahl dieser Todesfälle um fast ein Viertel höher als im Sommer 2023, wie das Instituto de Salud Global Barcelona (ISGlobal) in der Fachzeitschrift »Nature Medicine« berichtet. Insgesamt starben demnach in den vergangenen drei Sommern 2022 bis 2024 mehr als 181.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Saarbrücken oder Oldenburg.

Am stärksten betroffen war mit weitem Abstand wie bereits 2022 und 2023 erneut Italien: Dort wurden für den Zeitraum zwischen dem 1. Juni und dem 30. September 2024 mehr als 19.000 Hitzetote geschätzt. Auf Platz zwei folgt Spanien mit mehr als 6700 Todesfällen und danach bereits Deutschland, das rund 6300 Todesopfer zu beklagen hatte. Die Plätze vier und fünf belegen Griechenland (knapp 6000) und Rumänien (mehr als 4900).

Anders sieht allerdings die Reihenfolge aus, wenn man die geschätzte Zahl der hitzebedingten Todesfälle in Relation zur Einwohnerzahl setzt. Hier belegt Griechenland laut der Studie mit 574 Hitzetoten pro eine Million Einwohner Platz eins vor Bulgarien mit 530 und Serbien mit 379. Dieser Wert lag in Deutschland bei 74.

2024 wärmstes Jahr seit Wetteraufzeichnungen

In 15 der 32 untersuchten Länder sei der Sommer 2024 der tödlichste der vergangenen Jahre gewesen, hieß es. In einigen Ländern wie Deutschland, Spanien und Frankreich war der Sommer 2022 jedoch schlimmer. Auch insgesamt gesehen gab es in Europa nach Forscherangaben 2022 etwas mehr Hitzetote als 2024. Dabei spielt unter anderem auch die regionale Verteilung der Hitze eine Rolle. Besonders gefährdet sind ältere Menschen.

2024 war weltweit gesehen das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850. Dabei lag die globale Durchschnittstemperatur laut Weltwetterorganisation (WMO) erstmals seit Messbeginn 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau von 1850 bis 1900. Bis zum vorigen Jahr war die 1,5-Grad-Marke noch nie übertroffen worden.

»Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt – doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt«, sagte Studienautor Tomás Janos von ISGlobal. Besonders im Mittelmeerraum und in Südosteuropa zeige sich der Klimawandel bereits deutlich: »Diese Regionen sind Hotspots, in denen die gesundheitlichen Folgen besonders gravierend sind.«

Mehr von Avoxa