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Aktionswoche
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Mangelernährung betrifft mehr als 1,5 Millionen

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) sind in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen mangelernährt. Vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist dies ein Problem, auf das diese Woche die »Malnutrition Awareness Week« aufmerksam machen will.
AutorKontaktPZ
Datum 11.11.2024  10:42 Uhr

»Wir sprechen als Gesellschaft viel über Übergewicht und Diäten. Aber wir reden zu wenig darüber, dass bis zu 30 Prozent der Patientinnen und Patienten in medizinischen Einrichtungen in Deutschland mangelernährt sind«, sagt Juliane Pohl, Leiterin Ambulante Versorgung beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). Daher spricht sich der Verband für ein verpflichtendes Screening auf Mangelernährung in Kliniken aus und weist darauf anlässlich der dieswöchigen Malnutrition Awareness Week hin.

Mangelernährung tritt nicht nur bei untergewichtigen Menschen auf, die zu wenig Kalorien zu sich nehmen, was auf viele Senioren zutrifft. Sie kann sogar bei übergewichtigen Menschen vorliegen, wenn wichtige Nährstoffe wie Proteine oder Vitamine fehlen. Häufig betroffen sind Krebspatienten, die unter einer sogenannten Tumorkachexie leiden können.

Es kommt zu einer veränderten Körperzusammensetzung mit messbaren Veränderungen der körperlichen und mentalen Funktionen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin als Mitveranstalterin der Aktionswoche. Zudem sind die Outcomes bei Operationen und Krankheiten bei mangelernährten Personen schlechter als bei gut ernährten. So schwächt eine Mangelernährung unter anderem das Immunsystem und führt zu Muskelabbau.

Ein frühes Screening bei Einweisung soll ernährungstherapeutische Maßnahmen ermöglichen, um den Allgemeinzustand und den Therapieverlauf positiv zu beeinflussen. Wie groß das Problem ist, ist vielen Menschen jedoch nicht bewusst.

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