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Atemwegserkrankungen
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Lunsekimig mit guten Studiendaten

Der bispezifische Nanobody Lunsekimig hat in Phase-II-Studien bei zwei chronischen Atemwegserkrankungen Erfolge erzielt und den primären Endpunkt erreicht. Bei atopischer Dermatitis wurde dieser in einer dritten Studie verfehlt.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 08.04.2026  14:30 Uhr

Lunsekimig besteht aus fünf miteinander verbundenen Antikörperfragmenten, die darauf ausgelegt sind, gleichzeitig die Zytokine Thymus-Stroma-Lymphopoietin (TSLP) und Interleukin-(IL)-13 zu blockieren – zwei separate Entzündungsauslöser. Die beiden Targets sind nicht neu, allerdings gibt es bisher keinen zugelassenen Wirkstoff, der gleichzeitig beide Zytokine schachmatt setzt.

Gegen TSLP ist der bereits verfügbare Antikörper Tezepelumab gerichtet. Dieser ist bei schwerem Asthma und bei schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (Chronic rhinosinusitis with nasal polyps, CRSwNP) zugelassen. Den IL-13-Signalweg blockieren unter anderem die bei atopischer Dermatitis zugelassenen Antikörper Tralokinumab und Lebrikizumab. Auch der Blockbuster Dupilumab unterdrückt neben dem IL-4- den IL-13-Signalweg. Sein Einsatzgebiet umfasst unter anderem schweres Asthma, CRSwNP und atopische Dermatitis.

Weniger Asthma-Exazerbationen

Wie Sanofi mitteilt, erreichte zusätzlich zur Standardtherapie subkutan appliziertes Lunsekimig in der placebokontrollierten, randomisierten Phase-IIb-Studie AIRCULES bei Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma nach 48 Wochen den primären Endpunkt und zeigte eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verringerung der Exazerbationen.

An der randomisierten und doppelblinden Phase-IIa-Studie DUET nahmen Patienten mit CRSwNP teil. In beiden Studienarmen kam Mometason-Nasenspray zum Einsatz, im Verumarm zusätzlich alle vier Wochen subkutan appliziertes Lunsekimig. Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, die Veränderung des Nasenpolypen-Scores gegenüber dem Ausgangswert in Woche 24.

Die Phase-IIb-Studie VELVET zur Bewertung von Lunsekimig bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis erreichte ihren primären Endpunkt, die prozentuale Veränderung des EASI-Scores (Eczema Area Severity Index) gegenüber dem Ausgangswert, dagegen nicht. Es wurden laut Sanofi aber Verbesserungen bei sekundären Endpunkten festgestellt.

Lunsekimig erwies sich in den Studien als gut verträglich. In der AIRCULES-Studie zählten zum Beispiel Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Kopfschmerzen zu den häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. In der DUET-Studie waren es Reaktionen an der Injektionsstelle oder Erytheme, virale Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Nasenbluten, Ohrenschmerzen und erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte.

Als Nächstes wird sich Lunsekimig nun in Phase-III-Studien beweisen müssen. Dabei ist unter anderem auch die Behandlung bestimmter COPD-Patienten von Sanofi angedacht. Wie das Unternehmen informiert, laufen bereits die Phase-III-Studien PERSEPHONE und THESEUS.

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