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»Riesenchance« für Apotheken
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Longevity als Strategie gegen Online-Versender

Das Thema Longevity ist eine echte Zukunftschance für Apotheken, sagt die Berliner Apothekerin Isabella Abaew. Doch diese müsse erkannt und ergriffen werden. Wichtig sei der Wille, sich weiterzubilden und ganzheitlich zu beraten. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 11.09.2025  16:00 Uhr

Holistischer Ansatz in der Apotheke

Wenn es um Longevity und ganzheitliche Gesundheit geht, sei es wichtig, dass die biochemischen Prozesse des Körpers im Gleichgewicht mit einem gesunden Zellzustand sind. Genauso spielen psychosomatische und somatopsychische Prozesse dabei eine große Rolle, erklärt Abaew. Die Apotheke könne bei der individuellen Supplementierung mit Mikronährstoffen aufklären sowie zur Hautgesundheit, Hormonbalance und zum Stressmanagement beraten. Gezielt könne auch das Thema Mindset mit den Kundinnen und Kunden besprochen werden. Eine Prise Humor und vor allem Freundlichkeit sei dabei essenziell. Abaew ist sich nicht zu schade, in ihrer Apotheke auch die ein oder andere Dehnübung zu zeigen oder die richtige Reinigung der Haut zu erklären. Vor allem die Haut spiegele das Innere wider und habe ihr eigenes Mikrobiom und Immunsystem.

In ihrer Apotheke erkennt sie täglich den Unterschied zwischen gesunden und kranken Alterungsprozessen. »Wir sehen die Menschen kommen und gehen, kennen sie über Jahre hinweg. Und dabei wird deutlich: Es sind nicht primär die Gene, die darüber entscheiden, wie gut wir altern. Lebensstil, Ernährung, Schlaf, Stressmanagement und Mikronährstoffe machen 90  Prozent unseres Gesundheitsstatus aus; die Genetik nur etwa 10  Prozent«, so die Apothekerin.

Für Abaew steht fest: Die Themen Gesundheit und Prävention werden sich rasant weiterentwickeln, doch es hängt ganz von den einzelnen Apotheken ab, wie sie sich dahin gehend positionieren. »Wenn man sich nicht weiterbildet und diesen holistischen Ansatz in der Apotheke in der Beratung nicht pflegt, dann wird sich in der Apotheke nicht viel entwickeln«, ist sie überzeugt. »Die Menschen wollen heute dieses Wissen und wollen mehr tun. Sie sind durch Social Media besser informiert und wir als Apotheken müssen besser informiert sein als die Menschen. Dann haben wir die Chance, in diesem Markt auch langfristig zu bleiben.«

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