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Psoriasis
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Leitlinie aktualisiert – Symptomfreiheit als Ziel

Psoriasis (Schuppenflechte) ist eine chronisch-entzündliche Haut- und Gelenkerkrankung aus dem Spektrum der Autoimmunerkrankungen. Die neu erschienene S3-Leitlinie nimmt insbesondere die kutane Psoriasis ins Visier und wartet mit einigen interessanten Änderungen auf.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 20.10.2025  15:30 Uhr

Folgen für Herz, Gefäße und Gelenke

Als Systemerkrankung ist eine Psoriasis auch mit anderen Krankheiten assoziiert. Im kardiovaskulären System sind die Koronararterien besonders betroffen. Hier können sich Plaques am Endothel bilden, die mit ausgeprägten Entzündungsreaktionen einhergehen. Die Rate an Herzinfarkten unter Psoriasis-Patienten ist dreifach, die für Schlaganfälle 1,6-fach erhöht.

Eine Psoriasis kann auch den Bewegungsapparat in Mitleidenschaft ziehen. Mikrotraumata durch mechanische Belastung begünstigen die Einwanderung proinflammatorischer Zellen in die Ansatzpunkte von Sehnen und Bändern. Als Folge können sich Entzündungen im Sehnenansatz am Knochen manifestieren.

Eine durch die Psoriasis verursachte Gelenkentzündung (Psoriasis-Arthritis) tritt meist asymmetrisch an zwei bis fünf Gelenken auf. Sind Finger oder Zehen betroffen, geht dies oft mit einer Sehnenscheidenentzündung einher. In 25 bis 70 Prozent der Fälle ist auch die Wirbelsäule betroffen.

Behandlungsansatz nach Schweregrad

Zur Erfassung der Krankheitslast dient der Psoriasis Area and Severity Index (PASI). Er beurteilt den prozentualen Anteil betroffener Körperoberfläche sowie die Symptomstärke und wird auch zur Beurteilung eines Therapieansprechens herangezogen. Ergänzend hierzu wird die Einschränkung der Lebensqualität durch den Dermatology Life Quality Index (DLQI) bestimmt.

Die Behandlung erfolgt je nach Form und Schweregrad topisch oder systemisch. Bei leichten Formen der Psoriasis werden Topika wie Dithranol, Glucocorticoide, Calcipotriol, aber auch Salicylsäure und Harnstoff zur Entfernung der Schuppen eingesetzt. Mittelschwere Ausprägungen werden mit (Balneo-)Phototherapien sowie Photochemotherapien (PUVA) behandelt.

Bei der systemischen Therapie kommen vor allem Immunmodulatoren zum Einsatz, entweder als Mono- oder als Kombinationstherapie. Retinoide, Methotrexat (MTX) und Ciclosporin A sind ebenso Therapieoptionen wie Biologika (monoklonale Antikörper wie Adalimumab und Guselkumab oder Fusionsproteine wie Etanercept).

Bei einer psoriatrischen Gelenkerkrankung kommen nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), hoch dosiertes MTX, Retinoide und Ciclosporin zum Einsatz. Auch eine physikalische Therapie ist möglich.

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