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Adipositas
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Leichter abnehmen mit Inkretin-Mimetika

Abnehmen ist richtig mühsam. Dabei können Inkretin-Mimetika sehr wirksam helfen und sind zudem besser verträglich als Amphetamine. Noch besser als Liraglutid und Co schneiden duale Agonisten wie Tirzepatid ab.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 14.09.2021  18:00 Uhr

Vorsicht vor dem Reboundeffekt

Noch größere Effekte auf die Gewichtsreduktion erwartet der Endokrinologe von Co-Agonisten, die mehrere Rezeptoren von Inkretin-Hormonen wie GLP-1 und GIP (Glucose-dependent insulinotropic polypeptide) aktivieren. Tirzepatid als erster Vertreter der GLP-1/GIP-Co-Agonisten habe in Studien sowohl den Blutzucker als auch das Gewicht sehr deutlich gesenkt – auch bei Patienten ohne Diabetes mellitus. Ebenfalls in Entwicklung sind sogenannte Triple-Agonisten.

Alle Wirkstoffe wirken nur während der Therapiedauer. »Nach Absetzen gibt es einen gewissen Reboundeffekt.« Daher plädierte Seufert dringend für die Einbindung der Patienten in ein umfangreiches ernährungstherapeutisches Programm, damit der erzielte Gewichtsverlust bei Absetzen/Pausieren der Medikation gehalten werden kann.

Resümee des Arztes: »Inkretin-Mimetika bilden eine Brücke zwischen Ernährungstherapie und Operation.« Sie würden aber nur auf individuellen Antrag mit medizinischer Begründung von den Krankenkassen erstattet. Ansonsten müssten die Patienten sie selbst bezahlen. Dies limitiere den breiten Einsatz dieser neuen Behandlungsoption.

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