| Jennifer Evans |
| 13.04.2026 11:00 Uhr |
Im Norden viel Neues: LAV-Vorstand Berend Groeneveld begrüßte in Hannover zum ersten »LAV-Forum«. Durch das Programm führte PZ-Redakteurin und Apothekerin Daniela Hüttemann. / © PZ/Evans
Die Existenz der Apotheken in einem »immer verrückter werdenden System« zu festigen und dafür neue wirtschaftliche Wege zu finden – das hat sich der LAV Niedersachsen zum Ziel gesetzt, wie der Vorstandsvorsitzende Berend Groeneveld betonte. Dafür setzt der Verband mit dem LAV-Forum auf ein neues Veranstaltungsformat, das am vergangenen Wochenende erstmals in Hannover stattfand.
Angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe will der LAV künftig noch stärker als Partner der Vor-Ort-Apotheken auftreten und »allen das Leben leichter machen«, so Groeneveld. In seiner Begrüßungsrede unterstrich er auch, dass die jüngsten Aktionen der Apothekerschaft nicht dazu dienten, »gegen die Politik zu protestieren«, sondern als eine Botschaft an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gedacht waren.
Ihr sollte, so Groeneveld, auf diese Weise klar werden, wie stark die flächendeckende Versorgung von der angekündigten Fixumserhöhung abhänge. Die angedachten 9,50 Euro sind jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. »Die sind ja schon durch den Mindestlohnerhöhungen und unsere Tarifgruppen aufgefressen«, so der LAV-Vorsitzende.
Um die Existenz der Vor-Ort-Apotheke auch in Zukunft zu festigen, muss der Berufsstand neue Wege beschreiten. Wie diese aussehen könnten, war Hauptfokus der Vorträge und Workshops des LAV-Forums.
Mithilfe von KI effizient mit den Ressourcen umzugehen, ist eine Möglichkeit. Denn: »20 bis 30 Prozent der Arbeitszeit verbringen wir in der Apotheke mit Suchen«, wie Apotheker und Digitaldenker Marc Kriesten in seiner Keynote veranschaulichte. Er zeigte auf, wie KI sich in der Apotheke einsetzen lässt, um Prozesse schneller und besser zu gestalten.
Er sieht die Technologie als gutes Assistenzsystem in Bereichen wie Fach- und Beratungswissen, Qualitäts- und Warenmanagement, Team- und Kundenkommunikation, Dokumentation oder Onboarding von neuen Mitarbeitenden. Kriesten appellierte an die Zuhörenden, diese Entwicklung als Chance zu begreifen und nahm ihnen gleichzeitig die Sorge davor, die KI könnte einmal die Arbeit der Apothekerinnen und Apotheker ersetzen. »Menschen wollen von Menschen versorgt werden«, stellte er klar. Die KI sieht er lediglich als Hilfe »bei der Innenoptimierung – und nicht im Kontakt mit den Patientinnen und Patienten«.
Um weitere Reibungsverluste im Alltag zu vermeiden, muss auch die Teamarbeit in der Apotheke stimmen. Wie zentral es ist, dass auch die Führungskraft auf ihre Selbstfürsorge achtet, schilderte Apotheken-Coachin Corinna Bäck in ihrem Workshop. Wichtig zu wissen ist ihrer Ansicht nach auch, in welche Mitarbeitenden man wie viel Zeit investieren sollte. Vor diesem Hintergrund zählte sie die Bedürfnisse und Erwartungen verschiedener Generationen auf und erläuterte, wie eine Inhaberin oder ein Inhaber Konflikte vermeidet und Teammeetings erfolgreich organisiert.