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Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Lauterbach setzt auf Prävention in Apotheken

Wenn es darum geht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitiger zu erkennen und zu behandeln, kommt Apotheken eine wichtige Rolle zu. Das hat Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) heute bei einem Pressetermin in Berlin betont. Geplant ist unter anderem, dass Apotheken künftig Vorsorgeuntersuchungen anbieten dürfen.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 30.10.2023  17:05 Uhr

Die Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) in Deutschland kostet viel Geld, setzt aber viel zu spät ein. Bei der Früherkennung werden die Möglichkeiten hingegen nicht ausreichend genutzt, kritisierte Bundesgesundheitsminister Lauterbach heute bei einem Pressetermin in Berlin. Die Folge: Noch immer sind KHK hierzulande die häufigste Todesursache. »Wir haben in Deutschland eine schlechte Vorbeugemedizin. Da besteht ein ganz großes Defizit, das müssen wir dringend ändern«, machte Lauterbach deutlich.

In anderen europäischen Länder sei die Sterblichkeit durch KHK aufgrund einer besseren Vorbeugung geringer. Der Minister kündigte an, in »wenigen Wochen« einen Gesetzentwurf vorzulegen, um die Früherkennung und Vorbeugung zu verbessern. Geplant ist, dass die Apotheken künftig Vorsorgeuntersuchungen zu Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes anbieten dürfen. Die Krankenkassen sollen allen 25-, 35- und 50-Jährigen einmalig einen Gutschein – einen sogenannten Voucher – schicken, mit dem sie in die Apotheke gehen und sich untersuchen lassen können. Werden bei diesem Screening auffällige Werte festgestellt, sollen Arztpraxen die weitere Behandlung der Patienten übernehmen. Zur Ausgestaltung der Abläufe solle der Hausärztinnen- und Hausärzteverband ein Konzept vorlegen, so Lauterbach.

»Die Apothekerinnen und Apotheker bringen viel Vorwissen und wichtige Ressourcen ein«, lobte der Minister. Dafür sei er sehr dankbar. Er gehe davon aus, dass die Vorsorge-Check-ups durch die Initiative aufgewertet werden und rechne damit, dass künftig deutlich mehr Untersuchungen durchgeführt werden. »Im Moment nehmen nur wenige Menschen die Check-ups wahr«, bedauerte er. Mit einer konzertierten Aktion will er das Problem gemeinsam mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen lösen.

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