| Paulina Kamm |
| 20.03.2026 13:04 Uhr |
Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis forderte besser nutzbare und automatisierte Daten und verwies darauf, dass einige der damals entwickelten Maßnahmen, etwa das Abwassermonitoring, weiterhin genutzt würden. Die spanische Region Katalonien könne hier hinsichtlich Datennutzung und -verfügbarkeit als Vorbild dienen. Karagiannidis vertrat zudem die Position, dass sich auch an der personellen Situation im Gesundheitswesen etwas ändern müsse.
Er sprach sich für mehr Unterstützung der Mitarbeitenden aus: »Wir müssen schauen, dass wir alle irgendwie im Beruf halten und dass alle mit der Belastung zurecht kommen«, so Karagiannidis. Als Vorschlag präsentierte er psychologische Unterstützung für die Mitarbeitenden. Es gäbe diese zwar schon, allerdings sollten diese in der Zukunft über die Vergütungsstrukturen refinanziert werden, so Karagiannidis.
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Reinhard Berner, hob die Rolle des Gremiums hervor, das während der Pandemie zahlreiche Empfehlungen veröffentlicht habe. Berner wies jedoch auf unzureichende Ressourcen hin und forderte eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Berner sprach sich für ein Impfregister aus und ergänzte: »Aber was viel entscheidender ist, ist die Kommunikation von Impfzielen, Impfstrategien und natürlich auch die Kommunikation zur sozialen Verträglichkeit«, so Berner.
Der von der Afd einberufene Toxikologe Helmut Sterz bewertete damalige Studien zu Corona-Impfstoffen als unzureichend und erklärte, die Sicherheit der Vakzine sei nur »vorgetäuscht« worden. Lauterbach widersprach dieser Einschätzung und betonte, es gebe keine Hinweise auf negative Effekte wie beeinträchtigte Fruchtbarkeit oder erhöhte Krebsraten. Der SPD-Politiker betonte, dass Nebenwirkungsdatenbanken angelegt worden seien.
»Es wurden wichtige Prüfschritte nicht übergangen, sondern ineinander verschachtelt«, so Lauterbach. Er warnte davor, durch solche Aussagen Unsicherheit zu schüren, da Vertrauen entscheidend sei, falls Deutschland erneut in eine vergleichbare Krisensituation gerate.
Die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Pandemie soll dem Bundestag bis Mitte 2027 Empfehlungen vorlegen. Die akute Corona-Krise hatte 2020 begonnen, die letzten bundesweiten Alltagsauflagen endeten zu Ostern 2023.
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.