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Corona-Enquete-Kommission
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Lauterbach dankt Apotheken 

Zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie fand gestern im Bundestag die Anhörung der Enquete-Kommission statt. Der Fokus dieser Sitzung lag insbesondere auf den Lehren für zukünftige Pandemien. Neben Expertinnen und Experten zu den Themen Impfstrategie und Forschung war auch der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geladen. 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 20.03.2026  13:04 Uhr

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte die Schutzmaßnahmen und die Impfstrategie in der Corona-Pandemie insgesamt. »Es ist nicht alles perfekt gelaufen«, sagte er in einer Anhörung der Enquete-Kommission des Bundestags zur Aufarbeitung der Gesundheitskrise. »Aber Deutschland ist verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen, und das verdanken wir auch den Impfungen.«

Gegenüber der PZ bedankte er sich zudem im Nachgang der Anhörung für das Durchhaltevermögen und Engagement der Apotheken

Lauterbach betonte, es bestehe in der wissenschaftlichen Literatur Konsens, dass die Zahl der Toten ohne Impfungen wesentlich höher gewesen wäre. Er wies zugleich auf seltene Komplikationen wie Herzmuskelentzündungen hin, betonte jedoch, die Sicherheit der Impfstoffe sei sehr gut untersucht worden.

Zudem habe man stets verhindern müssen, dass es zu einer Überlastung der Intensivstationen komme; Anfang 2022 habe es zeitweise nur eine Reserve von vier Tagen gegeben, weshalb Eindämmungsmaßnahmen notwendig gewesen seien. Lauterbach räumte allerdings ein: »Wir haben zu wenig zentralisiert und die falschen Anreize gesetzt.«

Weitestgehend Konsens: Die Datenlage ist unzureichend

Der damalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, zog ein gemischtes Fazit des Krisenmanagements. Eine unzureichende Datenlage, etwa zur Krankheitslast und zur Wirksamkeit der Impfungen in Deutschland, habe zur Verunsicherung beigetragen, da entsprechende Zahlen erst verzögert vorlagen.

Zwar sei bekannt gewesen, dass Impfungen weltweit Millionen Todesfälle verhinderten, doch fehlende Daten im Inland hätten wichtige Erkenntnisse verzögert. Wieler dankte zugleich der großen Mehrheit der Bevölkerung für ihre Unterstützung, die anfangs außerordentlich groß gewesen sei, im Verlauf der Pandemie jedoch nachgelassen habe.

Als Gründe für den Vertrauensverlust nannte Wieler unter anderem die unzureichende Datenbasis. Er betonte, die Pandemie habe wichtige Lernprozesse angestoßen. Der öffentliche Gesundheitsdienst sowie zentrale Einrichtungen sollten ausgebaut werden, insbesondere die Gesundheitsdaten-Infrastruktur. »Es muss einen Operationalisierungsweg geben, der dazu in der Lage ist, die Umsetzung von bestimmten Beschlüssen auch wirklich durchzuführen«, so Wieler.

Informationen müssten stärker automatisiert fließen und – ohne exzessiven Datenschutz – besser verknüpft und ausgewertet werden, da dies eine Grundlage für besseres Krisenmanagement und gesellschaftliches Vertrauen sei. Allerdings fehlten hierfür noch finanzielle, technische und gesetzliche Voraussetzungen.

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