NRW-Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat beim Neujahrsempfang der Apothekerkammer Nordrhein seine Unterstützung für die Apothekerschaft bekräftigt. / © AKNR / Wagner
Auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) hat Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann die wichtige Rolle der Vor-Ort-Apotheken unterstrichen. Wie die Kammer informierte, habe der Minister sich auch deutlich zur Frage der Honorierung positioniert.
Eine rein politisch festgelegte Erhöhung reiche aus seiner Sicht nicht aus, wird der Minister zitiert.
»Wir brauchen für Apotheken Lösungen, die vergleichbar sind mit anderen Bereichen im Gesundheitswesen, in denen Leistungen auch verhandelt werden.« NRW habe hierzu differenzierte Vorschläge in den Bundesrat eingebracht, wenn sich aber die Apothekerverbände in den Ländern nicht einig seien, werde es schwer, hier zu verlässlichen Lösungen zu kommen.
Bei der Veranstaltung am 26. Januar in der Maxkirche in Düsseldorf habe Laumann in seiner Rede versichert, dass die Landesregierung fest zur wohnortnahen Arzneimittelversorgung durch Vor-Ort-Apotheken steht. Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender Krisenanfälligkeit müsse das Gesundheitssystem resilient aufgestellt sein. »Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Apotheken auch in Zukunft als einen zentralen Bestandteil unseres Gesundheitswesens brauchen«, habe Laumann betont.
Mit Blick auf die strukturellen Veränderungen im Arzneimittelmarkt habe der Minister vor einer schleichenden Zentralisierung gewarnt. Ein System, das auf wenige große Einheiten setze, sei deutlich anfälliger als die historisch gewachsene dezentrale Apothekenstruktur. »Es ist schlimm, wenn eine Apotheke pleitegeht. Aber wenn eine einzelne Apotheke pleitegeht, geht noch lange nicht das ganze Apothekensystem kaputt.« Gerade die Vielzahl an selbstständigen Apotheken sei kein Nachteil, sondern eine Stärke des Systems, so der Minister laut Kammermitteilung.
Zudem habe Laumann sich für mehr Eigenverantwortung der Apothekerinnen und Apotheker ausgesprochen. Die Apotheke vor Ort müsse Gestaltungsspielräume behalten, um flexibel auf regionale Versorgungsbedarfe reagieren zu können. NRW setze sich deshalb weiterhin für eine entschlackte Apothekenbetriebsordnung ein, die klare Grundsätze definiere, die konkrete Ausgestaltung aber stärker in der Verantwortung der Apotheken liege.
Ein weiterer Schwerpunkt von Laumanns Rede war nach Kammerangaben der Versandhandel mit Arzneimitteln. Gleiche Wettbewerbsbedingungen setzten gleiche Qualitätsanforderungen voraus. »Es kann nicht sein, dass der Zentralhandel mit Medikamenten bei Transporten andere Vorgaben hat als der Versandhandel aus Holland.« Die Länder seien sich einig, dass Qualitätsvorgaben nicht nur auf dem Papier stehen dürften, sondern wirksam kontrolliert werden müssten. Man könne zwar nicht in den Niederlanden kontrollieren. Sobald die Sachen aber in das Territorium von NRW kämen, müsse das zumindest anlassbezogen möglich sein.
Ebenso habe Laumann eine Aktualisierung der Liste gefordert, aus welchen Staaten der Versandhandel möglich ist, die sogenannte Länderliste. »Es kann nicht sein, dass Apotheken den Arzneimittelvertrieb in Holland verboten bekommen, weil sie nicht gut arbeiten, aber weiter Versandhandel nach Deutschland betreiben können.«