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Ökonmomen warnen 
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Krankenhausreform könnte wirkungslos verpuffen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) überarbeitet aktuell die Krankenhausreform ihres Amtsvorgängers Karl Lauterbach (SPD). Ökonomen warnen jetzt, dass die 50 Milliarden Euro aus dem Transformationsfonds zweckentfremdet werden könnten, sodass die Krankenhausreform wirkungslos bleibt. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 05.02.2026  14:30 Uhr
Krankenhausreform könnte wirkungslos verpuffen

Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) war das vielleicht wichtigste Projekt des ehemaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD). Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Krankenhäuser eine Vorhaltevergütung erhalten und in Leistungsgruppen unterteilt werden. Lauterbach schaffte es nach dem Scheitern der Ampelkoalition noch, sein Gesetz durch den Bundesrat zu bringen, sodass die Reform am 1. Januar 2025 in Kraft treten konnte. 

Das KHVVG war von Anfang an umstritten, da es zur Schließung einiger Krankenhausstandorte führen dürfte. Die Ampelregierung wollte so den teuren stationären Sektor schlanker und effizienter machen. Gerade viele Landespolitiker befürchten jedoch die Unterversorgung bestimmter Regionen. Gesundheitsministerin Nina Warken arbeitet daher aktuell am Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG), das zahlreiche Ausnahmen zu Lauterbachs Gesetz vorsieht. 

Auch das KHAG ist umstritten, da viele eine Verwässerung der als notwendig erachteten Reform befürchten. Karl Lauterbach äußerte diese Sorge unlängst gegenüber dem Spiegel und warnte vor Mehrkosten in Milliardenhöhe. »Die Große Koalition riskiert damit nicht nur das Geld der Beitragszahler, sondern, schlimmer noch: auch das Leben vieler Patienten«, so der ehemalige Gesundheitsminister. 

1000 statt 1600 Krankenhäuser 

Lauterbachs Aussagen werden von einer neuen Analyse des »RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung« unterstützt. Die Ökonomen gehen in ihrer Arbeit davon aus, dass Deutschland nicht die gegenwärtig 1600 Krankenhausstandorte brauche, um die Bevölkerung angemessen zu versorgen. Stattdessen würden etwa 1000 Kliniken ausreichen. Eine solche Verschlankung könnte die Qualität der verbliebenen Standorte erhöhen und gleichzeitig etwa 11 Milliarden Euro im Jahr sparen. Mit der reduzierten Standortzahl seien 99 Prozent der Bevölkerung immer noch in der Lage, innerhalb von 30 PKW-Minuten ein Krankenhaus zu erreichen. Die Ökonomen bezeichnen 1000 Kliniken für die gesamte Bundesrepublik daher als »Sollstruktur«. 

Eine solche Reform würde nach Einschätzung des RWI zunächst Investitionen in Höhe von 64 Milliarden Euro erfordern. Mit dem Geld könnten neue Zentralkliniken gebaut und Altstandorte umgewandelt werden. Die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung sieht bereits einen Transformationsfonds von 50 Milliarden Euro vor und könnte so fast 80 Prozent des von den Ökonomen als ideal erachteten Zustandes erreichen. 

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