| Lukas Brockfeld |
| 05.02.2026 14:30 Uhr |
Die Wirtschaftsforscher bemängeln allerdings, dass der Transformationsfonds bereits heute Ausgaben vorsehe, die nicht der Optimierung der Krankenhauslandschaft dienen. Das führe zu einer »Verwässerung« von 15 Prozent, sodass sich mit dem Transformationsfonds nur zwei Drittel der »Solltstruktur« umsetzen ließen. Würden die 50 Milliarden vollständig zur Optimierung des Krankenhaussystems eingesetzt, könnte die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) jährlich etwa 9 Milliarden Euro sparen. Das entspräche einer Senkung des Beitragssatzes um 0,4 Prozentpunkte. Mit der aktuell vorgesehenen Nutzung des Fonds seien allerdings immer noch jährliche Einsparungen in Höhe von 7,3 Milliarden Euro möglich.
Die Autoren der RWI-Analyse warnen, dass das geplante Krankenhausreformanpassungsgesetz die Reform noch weiter abschwäche. Die Länder wünschen sich beispielsweise Gelder aus dem Transformationsfonds zur Finanzierung von Bestandsinvestitionen. Diese Zweckentfremdung würde das Einsparpotenzial der Krankenhausreform auf 4,3 Milliarden Euro im Jahr verringern. Fast drei Milliarden Euro weniger als nach der ursprüngliche Gesetzeslage erreicht werden könnte.
Die Ökonomen befürchten jedoch, dass das KHAG sogar dazu führen könnte, dass die Reform den gegenwärtigen Zustand zementiert und überhaupt keine Zentralisierung der Krankenhauslandschaft stattfindet. Dann ließen sich gar keine Einsparungen erzielen. »Angesichts der explodierenden Sozialabgabenquote, die ohne ein beherztes Gegensteuern bis zum Jahr 2035 insgesamt bei über 50 Prozent liegen dürfte, ist ein Ausbremsen der Strukturoptimierung unverantwortlich«, heißt es im Fazit der Analyse.