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»Klinikreform wird nicht verwässert«

Strengere Auflagen und Qualität: Deutschlands Krankenhäuser sollen sich trotz bestehender struktureller Probleme umstellen – mit dem Ziel endlich dem bestehenden Versorgungsmangel entgegenzuwirken. Nun bekommen die Kliniken erneut mehr Zeit für die Änderungen.
AutorKontaktdpa
Datum 08.10.2025  11:32 Uhr
»Klinikreform wird nicht verwässert«

Die SPD im Bundestag erhofft sich von dem erwarteten Beschluss zur Krankenhausreform im Bundeskabinett »eine praktikable Lösung«. Das sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christos Pantazis, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Heute will die Runde aus Ministerinnen und Ministern Anpassungen der Krankenhausreform auf den Weg bringen. So sollen verlängerte Übergangsfristen bei der Umsetzung helfen. »Die Reform kann greifen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden«, sagte Pantazis.

Über die Anpassungen der Krankenhausreform war in der Regierung länger verhandelt worden als erwartet. »Unser Ziel ist und bleibt, die Reform weiterzuentwickeln und nicht zu verwässern«, sagte Pantazis. Die Krankenkassen hatten befürchtet, die Klinikreform mit dem Ziel von durchgehend besserer Qualität werde aufgeweicht. Von den Ländern war hingegen Druck auf die amtierende schwarz-rote Regierung gekommen, die Klinikreform leichter handhabbar zu machen – etwa mit längeren Übergangsfristen.

Weniger Anreize für Fließband-Medizin

Die Reform soll mit einer Spezialisierung und Konzentration von Leistungen Missständen in der deutschen Krankenhauslandschaft begegnen. So gilt die Qualität der Versorgung seit Jahren als ausbaufähig, obwohl die Kliniken mit Behandlungskosten von rund 100 Milliarden Euro jedes Jahr enorme Summen verschlingen.

Eingeführt werden soll ein neues Bezahlsystem, das Anreize vermindern soll, möglichst viele Behandlungen aus Umsatzgründen zu machen. Verstärkt sollen die Kliniken künftig dafür bezahlt werden, dass sie bestimmte Therapiemöglichkeiten vorhalten. Diese Vorhaltevergütung soll mit dem Anpassungsgesetz um ein Jahr verschoben werden. Übergangsfristen sollen gegenüber ursprünglichen Anpassungsplänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) weniger lang ausfallen.

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