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Betrugsmasche
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KI-Deepfakes werben für angebliche Medikamente

Laut Verbraucherzentralen nimmt der Betrug durch KI-Deepfake-Videos von Prominenten immer mehr zu. Dabei geht es auch um Werbung für angebliche Medikamente gegen Diabetes, Schwerhörigkeit, Rücken- und Gedächtnisprobleme oder Prostatabeschwerden.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 02.03.2026  17:00 Uhr

BfArM-Logo unzulässig verwendet

Häufig verwende die Werbung Fake-Artikel in nicht existierenden Zeitschriften, gefälschte Zeitschriftenartikel oder Social-Media-Beiträge. Auch das Logo von Behörden, beispielsweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), werde unzulässig genutzt. »Deutsche Behörden (und auch die Verbraucherzentralen) empfehlen niemals spezielle Produkte«, betont die Verbraucherzentrale NRW.

Auch das BfArM informierte darüber, dass immer wieder mit dem Logo des Instituts auf Social-Media-Plattformen oder illegalen Internet-Versandapotheken Produkte beworben würden oder eine Zertifizierung durch das BfArM behauptet werde. »Das BfArM wirbt weder für einzelne Produkte noch für Anbieter. Das Logo des BfArM wird in solchen Fällen missbräuchlich und ohne Freigabe verwendet. Gegen diese Verwendung geht das BfArM konsequent rechtlich vor«, hieß es seitens des Bundesinstituts.

Überwachung des Arzneimittelverkehrs

Die Überwachung des Arzneimittelverkehrs sei eine Aufgabe der Bundesländer. Im Zusammenhang mit entsprechenden Internetangeboten seien Anfragen zur Überprüfung, Bewertung oder Nachverfolgung an die zuständigen Behörden der Länder zu richten. Die örtlich zuständigen Arzneimittel­überwachungs­behörden sind auf der Homepage der Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten (ZLG) zu finden, so das BfArM.

Die Verfolgung illegaler Arzneimittelangebote und illegaler Internetseiten liege im Zuständigkeits­bereich der Strafverfolgungs­behörden. »Sollten Sie auf einen vermutlich illegalen Anbieter aufmerksam geworden sein, können Sie diesen bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft melden«, erklärt das Institut.

Dubiose Heilversprechen

Besonders betroffen seien neben Finanzangeboten Gesundheits- und Lifestyle-Produkte, darunter Diätmedikamente mit angeblich sofortiger Wirkung, Nahrungsergänzungsmittel und Anti-Aging-Produkte.

Bisher bekannt gewordene Produktkategorien sind unter anderem Herz-Kreislauf-Nahrungsergänzungsmittel und Cholesterinsenker names »Capsules For Metabolism Support«, »Capsules For Metabolism SupportCardio Balance«, »CardiOne«, »CardioGenix«, »Cardiotensive«, »Cardiotens Plus«, »Cardiotonus«, »Cardirin Tropfen«, »Cardital«, »Dr. Cardio«.

Im Bereich Diabetes sind die Produktnamen unter anderem »ßetasulin«, »Blutix (Science Blend)«, »Curalis CBD«, »Diaform RX«, »Diaxil«, »Diaflex Forte«, »Insulinorm«, »Qyikey SMGT-GLP-1« Nanomikronadel-Pflaster gegen Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder »Sugar Naturedrops – Ketone Liquid Drops«.

Zudem werden auch Produkte gegen Schwerhörigkeit, Rücken- und Gedächtnisprobleme, Krampfadern, Hautprobleme, Inkontinenz, Erektionsproblemen oder Prostatabeschwerden mit dubiosen Heilversprechen angeboten.

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