| Melanie Höhn |
| 02.03.2026 17:00 Uhr |
In vielen Fällen wüssten die Prominenten nicht einmal, dass ihr Bild oder ihre Stimme für »Deepfakes« missbraucht wurde. / © Imago/Westend61
»Es ist ein ganz komisches Gefühl, sich selber zu hören und zu wissen, das habe ich nie gesagt. Und es ist gruselig, wie gut diese KI-Stimmen inzwischen sind, und wir sind erst am Anfang einer Entwicklung, wo es immer mehr darauf hinausläuft, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was ist echt und was ist fake«. Das sagt der Arzt und Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen in einem MDR-Bericht über Werbung mit »Deepfakes«, vor der die Verbraucherzentralen seit vielen Monaten warnen.
Im vergangenen Jahr wurden rund 930 Millionen Euro durch diese Betrugsmasche erwirtschaftet, wie eine Studie des Cybersicherheitsunternehmens SurfShark herausfand, heißt es im MDR-Bericht. Auch die WDR-Doku »Deep Fake Mafia« befasste sich erst kürzlich mit der Problematik.
Kriminelle setzten gezielt auf bekannte Persönlichkeiten, um Vertrauen zu wecken und Seriosität vorzutäuschen, erklärte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Namen wie Günther Jauch, Frank Thelen, Barbara Schöneberger oder Dieter Bohlen würden oft verwendet, um angebliche Erfolgsstories von Produkten glaubhaft erscheinen zu lassen.
In vielen Fällen wüssten die Prominenten nicht einmal, dass ihr Bild oder ihre Stimme für Deepfakes missbraucht wurde. Meistens handle es sich um tatsächlich ausgestrahlte Interviews in Talkshows, in denen der eigentliche Wortlaut durch gefälschte angebliche Aussagen durch eine mittels künstlicher Intelligenz (KI) erstellte, täuschend ähnliche Stimme ersetzt wurde.
Die Anzeigen würden oft zu echt aussehenden Internetseiten oder Fake-Shops führen, die auf den ersten Blick mit Logos, Kundenbewertungen oder angeblichen Presseberichten seriös wirkten. »Doch wer sich dort registriert oder etwas bestellt, riskiert viel: Häufig wird gar keine Ware geliefert, stattdessen drohen Datenmissbrauch, betrügerischer Telefonkontakt oder der Verlust von Geld – etwa durch Einzahlungen auf nicht existierende Konten«, warnt die Verbraucherzentrale.