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Rheinland-Pfalz 
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Kein Schulgeld mehr für PTA-Ausbildung 

Während die Ausbildung für verschiedene Gesundheitsfachberufe, darunter auch die PTA-Ausbildung, in einigen Bundesländern bereits kostenfrei ist, muss in Rheinland-Pfalz ein Teil der Auszubildenden noch Schulgeld bezahlen. Das soll sich nun ändern.
AutorKontaktKatja Egermeier/dpa
Datum 05.05.2022  14:00 Uhr

Betroffen davon sind etwa ein Drittel der Auszubildenden, die eine private Gesundheitsfachschule besuchen. Für jene 940 angehende Gesundheitsberufler übernimmt nun das rheinland-pfälzische Sozialministerium das Schulgeld von pauschal 400 Euro im Monat. Die Regelung gelte von Juli an, das Vorhaben sei im Koalitionsvertrag verankert, kündigte Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD) am gestrigen Mittwochnachmittag in Mainz an. »Dafür stehen im Haushalt dieses Jahr 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. 4,5 Millionen Euro sind es im Jahr 2023.« Die übrigen zwei Drittel würden bereits kostenlos an Krankenhäusern ausgebildet und bekämen zum Teil eine Ausbildungsvergütung.

Schweitzer rechnet durch den Wegfall des Schulgeldes mit rund 10 Prozent mehr Auszubildenden – was auch notwendig sei, um die Lücke beim Fachkräftebedarf annähernd füllen zu können. Betroffen sind Berufe wie Physio- und Ergotherapeuten, Podologen und Logopäden sowie medizinisch-technische (MTA) und pharmazeutisch-technische Assistentinnen (PTA) sowie Masseure. »Sie werden gebraucht und es ist geradezu absurd, dass wir im medizinischen Bereich in Deutschland immer noch eine Hürde aufgebaut haben, wo wir doch alle Türen aufreißen müssten«, so Schweitzer. Das Thema sei aber erkannt, auch die anderen Bundesländer hätten bereits Lösungen gefunden oder seien dabei.

Der nächste Schritt müsse eine Ausbildungsvergütung sein. Allerdings könne das Land das Schulgeld nur vorübergehend übernehmen, notwendig sei ein Gesamtkonzept des Bundes, so der SPD-Politiker. Dies sei im Koalitionsvertrag der Ampel-Bundesregierung zwar thematisiert, aber der Zeitpunkt der Umsetzung noch nicht klar. Die Privatschulen bildeten vor allem für den ambulanten Bereich aus und könnten nicht alle an Krankenhäuser angegliedert werden, die bei der Ausbildung vor allem den eigenen Bedarf im Blick hätten, sagte der Geschäftsführer des Landesverbands Deutscher Privatschulen, Falk Raschke.

Weiterhin Flickenteppich beim PTA-Schulgeld

Obwohl bereits 2019 auf der Gesundheitsministerkonferenz einstimmig beschlossen wurde, das Schulgeld für nichtakademische Gesundheitsberufe abzuschaffen, hapert es nach wie vor bei der praktischen und bundeseinheitlichen Umsetzung. Während in manchen Bundesländern noch Gebühren fällig werden, haben einzelne Länder das Schulgeld bereits vollständig abgeschafft. So beispielsweise Nordrhein-Westfalen (NRW), das als erstes Bundesland den Einstieg in die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen vollzogen hat – zunächst mit der Übernahme von 70 Prozent des erhobenen Schulgeldes im Spätsommer 2018. Die 100-prozentige Schulgeldfreiheit folgte dann im Januar 2021. Auch in Bayern und Hessen müssen PTA-Auszubildende seit 2019 beziehungsweise 2020 kein Schulgeld mehr zahlen. Das erste Bundesland, das seit rund 20 Jahren die Kosten für die einzige private PTA-Schule übernimmt, ist übrigens Brandenburg. Doch die Gelder müssen jedes Jahr von der Schule neu beim Land beantragt werden.

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