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Vertreterversammlung
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KBV-Vize gegen Apotheken als »Praxen light«

Die niedergelassenen Ärzte leiden wie die Apotheken unter überbordender Bürokratie und unzureichender Finanzierung. Dies war auch Thema bei der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am heutigen Freitag. Bei der Gelegenheit sprach sich KBV-Vize Stephan Hofmeister einmal mehr dagegen aus, ärztliche Leistungen in Apotheken anzubieten.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 08.12.2023  16:30 Uhr

600 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr versorgt – wie lange noch?

Gute Rahmenbedingungen seien für eine funktionierende flächendeckende Versorgung unabdingbar, forderte auch KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner. »Es führt kein Weg daran vorbei.« Viele der Befragten verzweifelten »an einem Übermaß an Bürokratie, schlecht gemachter Digitalisierung, einer unzureichenden finanziellen Situation und dem damit verbundenen Fachkräftemangel sowie nicht zuletzt an der fehlenden politischen Wertschätzung ihrer enormen Arbeit«.

Ändert sich nichts an den Gegebenheiten, werde das Versorgungsnetz löchriger, warnte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Bislang könnten durch das dichte Praxisnetz noch 600 Millionen Behandlungsfälle pro Jahr versorgt werden. Aber schon jetzt seien bundesweit fast 6000 Arztsitze unbesetzt, weil die Niederlassung im Vergleich zu anderen Formen der ärztlichen Berufsausübung an Attraktivität eingebüßt habe. »Tendenz steigend«, so von Stillfried. Dass viele Niedergelassene keinen Nachfolger für ihre Praxis fänden, sei bezeichnend. Die Lücken im Versorgungsnetz könnten auch »die jetzt schon völlig überforderten Krankenhäuser niemals füllen«. Leidtragende seien am Ende immer die Patientinnen und Patienten.

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