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CDU-Vorschläge  
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Kassenabschlag halbieren und beim Fixum »eine Schippe drauf«

Über schnelle Hilfen und mittelfristige Lösungen haben heute Apothekerinnen und Apotheker mit den CDU-Bundestagsabgeordneten Tino Sorge und Mario Czaja diskutiert. An einem digitalen Runden Tisch skizzierte Sorge konkrete Ideen. Die Pläne des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) seien »unausgegoren«.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 21.02.2024  16:58 Uhr

Mehr Regeln für Versender

Den Versandhandel wollte Sorge nicht grundsätzlich ablehnen. Dieser müsse nicht »per se schlecht sein«. Aber es gehe nicht an, dass Versender Dinge dürften, die Apotheken nicht dürften, Stichwort Einhaltung von Kühlketten oder Gewähren von Boni. »Es kann nicht sein, dass Apotheken benachteiligt werden. Wenn, dann muss es ein Kampf mit gleich langen Spießen sein.«

Schnelle Hilfe könnte die Kürzung des Kassenabschlags sein, schlug Sorge vor. Um die Strukturen nicht kaputtzuschlagen, könne die Halbierung auf einen Euro sinnvoll sein, auch für die Kassen. Denn sei eine Offizin erst einmal geschlossen, sei daran nichts mehr zu ändern.

Beim Fixum sieht Sorge deutlich Luft nach oben. Apotheken seien immens wichtig für die Versorgung und es gelte, deren unternehmerisches Risiko zu honorieren. Das Fixum müsse rauf, damit lasse er sich auch gern zitieren.

Apotheken zahlen pro Rx-Packung drauf

Das sah auch eine Berliner Apothekerin so. Laut Analysen zahlten Apotheken pro Rx-Packung drauf, das sei eine »schleichende Enteignung«. Dem stimmte Sorge zu und betonte, selbst ohne die galoppierende Inflation müsste man beim Fixum »eine Schippe drauflegen«, ob nun auf 12 Euro, 11,50 oder 11,30 Euro, sei eine andere Frage. Es gehe nicht, auf dem Rücken von einzelnen Berufsgruppen im Gesundheitswesen Kosten zu sparen

Auch Mathias Arnold, Vorsitzender des Landesapothekerverbands Sachsen-Anhalt und ABDA-Vizepräsident, schlug beim Thema schnelle Hilfe die Senkung des Kassenabschlags vor; dies hatten nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Skonti viele Verbände und auch der ABDA-Gesamtvorstand gefordert. Czaja erwiderte, zum Abschlag werde die Union entsprechende Anträge stellen und auch das Thema Skonto aufgreifen, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliege.

Mittelfristig koste es »keinen Euro mehr«, die Arzneimittelpreisverordnung dahingehend zu ändern, dass Rabatte beim Rx-Einkauf wieder zulässig seien, so Arnold weiter. Grundsätzlich müssten zunächst Akutmaßnahmen ergriffen werden, danach könne gern über Strukturen diskutiert werden. »Wir brauchen einen schnellen Rettungsring.« Man müsse die Zeitschienen im Blick behalten.

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