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Apothekenreform im Gesundheitsausschuss
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Kassen warnen vor neuen Kosten

Kurz bevor die  geplante Apothekenreform im Gesundheitsausschuss des Bundestags besprochen wird, melden sich die Krankenkassen mit Stellungnahmen zu Wort. Die Kassen befürchten vor allem Kostensteigerungen und eine weitere Belastung ihrer prekären Finanzen. Außerdem bringen sie eigene Ideen wie Abgabeautomaten ins Spiel. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 03.03.2026  15:00 Uhr

AOK will Abgabeautomaten 

Der AOK-Bundesverband lobt und kritisiert ähnliche Aspekte in seiner Stellungnahme. Die Ortskassen stellen aber noch besonders den Punkt der Impfungen in Apotheken heraus, die nach ihrer Auffassung ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen im ländlichen Raum schaffen. 

Die AOK bedauert außerdem, dass der Gesetzgeber die Chancen der Digitalisierung nicht ausreichend nutze. Die Ortskassen wünschen sich telepharmazeutisch begleitete Abgabeautomaten in der Fläche. Aktuell investierten die Apotheken stattdessen in E-Rezept-Terminals mit anschließendem Botendienst. Für die Versicherten bedeute dies einen Zeitverzug in der Versorgung, sodass sie bei dringenden Arzneimittelverordnungen trotzdem eine Apotheke vor Ort aufsuchen müssen.

Die AOK warnt in der Stellungnahme außerdem, dass die Reform nicht kostenneutral sei. Die versprochene, aber aktuell nicht in dem Gesetz enthaltene Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro könnte Mehrkosten von etwa 1 Milliarde Euro im Jahr verursachen. Auch die vorgesehene Verhandlungslösung zur Weiterentwicklung des packungsbezogenen Honorars berge das »erhebliche Risiko« deutlicher Ausgabensteigerungen für die GKV. 

Auch die Wiedereinführung von Skonti wird von der AOK vor dem Hintergrund der Kosten abgelehnt. Von Skonti würden vor allem große Apotheken und Einkaufsgemeinschaften in einer für die GKV intransparenten Form profitieren. Die Krankenkassen wären davon zwar nicht direkt betroffen. Doch die AOK befürchtet, dass kleine Apotheken nicht ausreichend profitieren werden und dass der pharmazeutische Großhandel die fehlende Auskömmlichkeit seiner Vergütung beklagen wird. Beides könnte dann für die Kassen zu Kostensteigerungen führen. 

Apothekensterben nur eine Marktkonsolidierung?

Auch der GKV-Spitzenverband warnt vor einer pauschalen Anhebung der Apothekenvergütung und verweist auf Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes. Demnach sind die Umsätze der großen Apotheken zwischen 2014 und 2024 überdurchschnittlich angewachsen, während das umsatzschwächste Drittel weiter verloren habe. Die Kassen sehen darin einen »Trend zur Konsolidierung der Apothekenversorgung zugunsten von umsatzstarken Apotheken«. Dieser Trend kenne Gewinner und Verlierer und sei nicht auf eine unzureichende Vergütung zurückzuführen.

Von einer pauschalen Erhöhung des Fixums würden laut dem GKV-SV vor allem die ohnehin schon umsatzstarken Apotheken profitieren, die flächendeckende Versorgung würde nicht gestärkt. Die Kassen wünschen sich daher eine abgestufte und der Leistung entsprechende Vergütung, die im Rahmen von Verhandlungen bestimmt wird. 

Verhandlungen über die Vergütung von Apotheken werden vom GKV-SV grundsätzlich begrüßt. Doch der Verband bemängelt eine aktuell unzureichende Datengrundlage. Es fehle an Transparenz zur tatsächlichen Finanzsituation von Apotheken. Hier sollten zusätzliche Daten, zum Beispiel vom Statistischen Bundesamt, erhoben werden. 

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