| Alexander Müller |
| 07.10.2026 12:00 Uhr |
AOK und DAK wollen neue Zyto-Verträge – aber keine gemeinsamen Ausschreibungen. / © Adobe Stock/BSIP
Exklusivverträge zwischen Krankenkassen und einzelnen Apotheken gab es schon in der Vergangenheit. Wegen negativer Auswirkungen auf die Versorgungslage wurden sie 2017 aber wieder abgeschafft. Um weitere Einsparungen zu generieren, will die Politik jetzt einen neuen Anlauf nehmen. Die ABDA warnt vor den Folgen, auch die Onkologen kritisieren die Pläne scharf.
Gerade im AOK-Lager gibt es Befürworter der Zyto-Verträge, dem Vernehmen nach werden bei einzelnen Landeskassen auch schon Ausschreibungen vorbereitet. Allerdings sieht der Vorschlag der Koalitionäre vor, dass die Kassen gemeinsam auf Landesebene ausschreiben müssen.
Der AOK-Bundesverband begrüßte gegenüber der PZ, dass die Zyto-Ausschreibungen wieder ermöglicht werden sollen. Ungeachtet des zwischenzeitlich ergangenen Schiedsspruchs zur Hilfstaxe glaubt die AOK daran, dass »erhebliche Wirtschaftlichkeitsreserven« gehoben werden könnten.
Die konkrete Ausgestaltung ist aus Sicht der AOK dafür nicht geeignet: »Leider sind diese mit dem vorliegenden Änderungsantrag aber nicht realisierbar – es handelt sich nicht um die erneute Einführung der bekannten Ausschreibung«, so die Kasse. Vielmehr werde ein neues Vorgehen auf regionaler Ebene für Kassen und Apotheken beschrieben.
»In der jetzt vorgesehenen Form werden neue Verträge nach unserer Einschätzung schwer umsetzbar sein und auch kaum weitere Einsparungen generieren«, so die Einschätzung des Kassenverbands. Die AOK wünscht sich exklusive Einzelverträge zurück, »wobei Erweiterungen sowohl beim Umfang der Ausschreibung als auch bei der Qualitätssicherung sinnvoll wären«.
Auch die DAK bewertet exklusive Zyto-Verträge für Apotheken als »wichtiges Signal für mehr Wettbewerb und Wirtschaftlichkeit in der Versorgung«. Doch auch die Ersatzkasse ist mit dem Änderungsantrag zur Notfallreform in seiner aktuellen Fassung nicht einverstanden: »Die vorgesehene Verpflichtung zu einem gemeinsamen und einheitlichen Vertragsschluss auf regionaler Ebene funktioniert so jedoch nicht.« Erforderlich sind aus Sicht der DAK »flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten für die Vertragspartner«.