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Bayern
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Kammer warnt vor Fax-Rezepten und E-Rezept-Gebühren

Der schwedische Telemedizin-Anbieter Kry ist seit einigen Monaten aktiv und bietet ärztliche Online-Beratungen an. Die daraus entstehenden Arzneimittel-Verordnungen schickt die Online-Praxis per Fax in die Apotheke. Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) warnt ihre Mitglieder nun davor, diese Rezepte zu beliefern. Außerdem gibt die Kammer einen Hinweis, der auch die Betreiber von Apotheken-Plattformen interessieren dürfte.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 26.08.2020  12:30 Uhr
BLAK: E-Rezept-Gebühren für die Weiterleitung sind unzulässig

BLAK: E-Rezept-Gebühren für die Weiterleitung sind unzulässig

Spannend ist auch ein weiterer Hinweis der BLAK, der auch für einige der geplanten Vorbestell-Plattformen im Apothekenmarkt relevant sein dürfte. Konkret berichtet die Kammer von Angeboten von »Vermittlungsplattformen im Großraum München« und erinnert in diesem Zusammenhang an das Makelverbot, das schon bald mit dem Patientendatenschutzgesetz (PDSG) kommen soll. Aber auch schon jetzt sehe man es als problematisch an, »pro Rezeptposition ein Entgelt für die Vermittlung von Rezepten zu verlangen«. Denn das Apothekengesetz verbiete schon jetzt eine am Umsatz oder Gewinn der Apotheke ausgerichtete Vereinbarung.

Kry: Zeitplan der Bundesregierung entspricht nicht den Marktbedürfnissen

Auf Nachfrage bestätigte das Telemedizin-Unternehmen Kry, dass man derzeit die Rezepte via Fax an die Apotheke sende – das sei allerdings auch bei Hausärzten »gängige Praxis«. Eine Sprecherin erklärte weiterhin, dass derzeit eine Möglichkeit der elektronischen Verordnung fehle. Der Zeitplan der Bundesregierung, die E-Rezept-Pflicht ab 2022 geltend zu machen, bleibe »deutlich hinter den Bedürfnissen des Marktes zurück«.

Und weiter: »Dem aktuellen Flickenteppich an Pilotprojekten fehlt es an festen Formaten und klaren Regularien. Das sorgt für Verunsicherung bei Ärzten, Apothekern, Patienten und Telemedizin-Anbietern und kann nicht im Sinne einer erfolgreichen Weiterentwicklung des digitalen Gesundheitswesens sein.« Deswegen seien derzeit Übergangslösungen von Nöten. Kry arbeite aber mit »ersten Anbietern« an der elektronischen Übermittlung von Verordnungen.

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