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Vernachlässigte Tropenkrankheit
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Kala-Azar endet unbehandelt meist tödlich

Eine globale Gesundheitskrise, aber kaum einer schaut hin: So werden die vernachlässigten Tropenkrankheiten beschrieben. Diese Erkrankungen bedrohen etwa jeden fünften Menschen weltweit. Eine davon ist Kala-Azar, das »schwarze Fieber«.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 29.01.2026  14:00 Uhr

Therapie von Kala-Azar

Die Behandlung von Kala-Azar-Patienten erfolgt immer medikamentös. Das Medikament der ersten Wahl ist liposomales Amphotericin B (Ambisome®). Gemäß der S1-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der viszeralen Leishmaniasis beträgt die Gesamtdosis 20 mg/kg, verteilt auf mindestens fünf Einzeldosen von jeweils 3 bis 4 mg/kg als zweistündige Infusion über einen Zeitraum von 10 bis 21 Tagen.

Mittel der zweiten Wahl ist Miltefosin (Impavido®). Die tägliche Dosis beträgt 1,5 bis 2,5 mg/kg Körpergewicht oral zu den Mahlzeiten, bis maximal 150 mg/Tag, über 28 Tage. In Schwangerschaft und Stillzeit ist das Antiprotozoenmittel kontraindiziert.

Andere Arzneistoffe wie Amphotericin B und Paromomycin gelten als Reservemittel. Dies gilt auch für fünfwertige Antimonverbindungen, die billiger sind und in den Tropen noch häufig verwendet werden, aber gravierende Nebenwirkungen auslösen können. 

Bei nicht-immunkompetenten Erkrankten sind Rückfälle möglich. Generell sind HIV-infizierte Patienten hoch gefährdet für schwere und letale Verläufe. Eine erfolgreiche antiretrovirale Therapie reduziert jedoch die Entwicklung der Leishmaniose, die Rückfall- und Todesrate. Besonders viele HIV-Leishmaniose-Koinfektionen verzeichnet die WHO in Brasilien, Äthiopien und in Bihar (Indien).

Prävention ist wichtig

Die frühzeitige Diagnose und rasche Behandlung sind wichtig, weil sie die Krankheitslast reduzieren und Behinderung und Tod der Patienten verhindern können. Zudem tragen sie dazu bei, die Verbreitung und Übertragung der Leishmaniose zu verringern. Wichtige Maßnahmen vor Ort sind die Vektorkontrolle mit Bekämpfung der Sandmücken und die Aufklärung der Bevölkerung.

Entscheidend für Reisende ist der Schutz vor Mückenstichen mittels langer Kleidung, Repellenzien und imprägnierten Moskitonetzen. Eine Impfung ist nicht verfügbar. 

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