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Entlassungen und Umstrukturierung
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Kahlschlag bei Noventi

Der apothekereigene Dienstleistungskonzern Noventi wird massiv verkleinert. Nach Informationen der PZ sollen rund 460 der insgesamt 2300 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Apotheker-Verein FSA soll zudem eine einmalige Millionen-Zahlung leisten, um die Noventi zu unterstützen. Laut Konzern-Vorstand ist die Rezeptabrechnung aber gesichert.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 10.01.2023  12:25 Uhr

Noventi-Vorstand: Rezeptabrechnung bis 2025 gesichert

Für die Apotheken stellt sich vor diesem Hintergrund natürlich die Frage, ob die Rezeptabrechnung noch gesichert ist. Dazu hat der Noventi-Vorstand bei dem heutigen Meeting laut Protokoll die Zusicherung gegeben, dass der Konzern sich eine Finanzierungszusage für den Konsortialkredit sichern konnte. »Im Zuge dessen haben wir auf Basis unserer Geschäftsplanung die Finanzierung von Noventi aus Liquiditätssicht für die Jahre 2023 bis 2025 geplant und abgesichert. Die Rezeptabrechnung an die Kundinnen und Kunden ist dementsprechend – wie bisher auch, seit dem Jahre 1900 - zu jeder Zeit und ausnahmslos sichergestellt und darüber hinaus die sicherste in Deutschland«, heißt es weiter. Zur Erinnerung: Die Noventi hat ihren Konsortialkredit gleich bei mehreren Banken abgesichert, dazu gehört auch die Apobank.

Mehrere Unternehmensbereiche werden zusammengelegt

Doch die Stellenstreichungen sind nicht die einzige Maßnahme des Programms »Fokussierung 2025«. Ziel der Noventi ist es weiterhin, sich auf die beiden Kerngeschäftsbereiche Abrechnung und Software zu konzentrieren. In Zukunftsprojekte solle nur noch mit »kaufmännischer Vernunft« investiert werden, heißt es in dem Protokoll. Die Beteiligung am Branchenportal »gesund.de« soll allerdings weitergeführt werden.

Um weitere Gelder einzusparen, soll die gesamte Organisationsstruktur des Konzerns erneuert werden. Der oberste Führungskreis wird von 22 auf 12 Führungskräfte reduziert. Im Sales-Bereich sollen die Bereiche Heilmittel, Hilfsmittel und Pflege, Apotheken und das Kundenmanagement Finance zusammengelegt werden. Auch die Vertriebssteuerung fällt dann in diesen neuen Unternehmensbereich. Petra Terhardt soll die neue Sparte leiten. Der gesamte Kundenservice wird aus dem Sales-Bereich herausgetrennt. Zudem werden auch hier die ehemals getrennten Bereiche (Heilmittel, Hilfsmittel, Apotheken) zusammengefügt. Der neue Bereich wird dann mit den Sparten Marketing, Kommunikation und Kunden verschmolzen – unter der Leitung des langjährigen Marketing-Chefs Silvio Kusche. Im neuen Unternehmensbereich Einkauf und Immobilienmanagement werden künftig die Sparten Vertragswesen, Auftragsmanagement, KVE Einsatzplanung, Stammdaten und Servicefaktura gebündelt – unter der Leitung von Norbert Hübsch.

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