Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Herzinsuffizienz
-
Intensivierte Therapie rettet Leben

In der Therapie der Herzinsuffizienz hat sich viel geändert. Nach nur zwei Jahren aktualisierte die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) im Herbst ihre Leitlinie zur Behandlung der Herzinsuffizienz.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 28.11.2023  09:15 Uhr

Schon die ESC-Leitlinie von 2021 hatte die Therapie der chronischen Herzinsuffizienz (Heart Failure) mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) wesentlich verändert. »Die Vierfachtherapie ist jetzt Standard«, berichtete Professor Dr. Dietmar Trenk vom Universitäts-Herzzentrum Freiburg/Bad Krozingen am vergangenen Wochenende beim Heidelberger Herbstkongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg.

Die Pharmakotherapie werde nicht mehr stufenweise eskaliert, sondern umfasse von Anfang an vier Wirkstoffklassen, die nachweislich die Prognose der Patienten verbessern:

  • ACE-Hemmer wie Ramipril, Enalapril, Lisinopril, Captopril, Perindopril und Trandolapril oder ein Angiotensin-Rezeptor/Neprilysin-Inhibitor (ARNI) wie Sacubitril/Valsartan (falls Patienten diese Stoffe nicht vertragen, dann Angiotensin-1-Rezeptorantagonisten wie Candesartan, Losartan und Valsartan),
  • Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol und Nebivolol,
  • Mineralocorticoid-Rezeptorantagonisten (MRA) wie Spironolacton und Eplerenon
  • und SGLT2-Hemmer (Gliflozine) wie Dapagliflozin und Empagliflozin.

»Therapieziel muss sein, die Prognose zu verbessern und akute Dekompensationen zu minimieren«, erklärte der Fachpharmakologe und Fachapotheker für Pharmazeutische Analytik und Arzneimittelinformation. Denn tatsächlich sei die Herzinsuffizienz die sechsthäufigste Todesursache in Deutschland. »Die Prognose ist ähnlich schlecht wie bei Lungenkrebs.«

Dies gelte für alle drei Ausprägungen der Herzinsuffizienz. Diese werden anhand des in der Systole ausgeworfenen Anteils des Blutvolumens im linken Ventrikel (linksventrikuläre Ejektionsfraktion, LVEF) eingeteilt in eine Herzinsuffizienz mit reduzierter, mit mild oder mäßiggradig eingeschränkter und mit erhaltener LVEF (HFrEF, HFmrEF und HFpEF). Akute Dekompensationen verschlechterten die Herzfunktion und die Prognose; »das mediane Überleben sinkt nach jeder Hospitalisierung.«

Mehr von Avoxa