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pDL Bluthochdruck
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Informationsbogen weiterhin aktuell

Apotheken können seit nunmehr zweieinhalb Jahren die pDL Bluthochdruck anbieten. Zentraler Bestandteil ist der standardisierte Informationsbogen. Die darin formulierten Empfehlungen haben auch angesichts zwischenzeitlich aktualisierter Leitlinien zum Hypertoniemanagement Bestand.
AutorKontaktLucas Lauder
AutorKontaktPia M. Schumacher
AutorKontaktNina Griese-Mammen
AutorKontaktFelix Mahfoud
AutorKontaktMartin Schulz
Datum 18.02.2025  18:00 Uhr

Die honorierte pharmazeutische Dienstleitung (pDL) »Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck« wird seit Juni 2022 in Apotheken angeboten. Neben der korrekten Blutdruckmessung sind die Dokumentation, Interpretation und Kommunikation entscheidende Folgeschritte. Der zentrale Leitfaden hierfür ist der Informationsbogen Blutdruck. Die darin formulierten Empfehlungen entsprechen weiterhin den aktuellen europäischen Hypertonieleitlinien.

Die Europäische Gesellschaft für Hypertonie (ESH) und die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) haben in den vergangenen zwei Jahren separate Leitlinien zum Management der arteriellen Hypertonie veröffentlicht (1, 2). Trotz gleicher Evidenz als Datengrundlage gibt es Unterschiede in den Empfehlungen und Ansätzen.

Zwischen dem Blutdruck und dem Risiko für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Sterblichkeit besteht eine kontinuierliche und log-lineare Beziehung (3). Das bedeutet: Je höher der Blutdruck ist, desto stärker haben Blutdruckänderungen Auswirkungen auf das Risiko. Entscheidend ist dabei ein Schwellenwert für die Diagnose einer arteriellen Hypertonie, um den Nutzen von Interventionen (medikamentös oder durch Lebensstilmaßnahmen) gegenüber den Risiken des Nichtstuns abzuwägen. Die Leitlinien definieren Hypertonie als einen systolischen Praxisblutdruck von ≥ 140 mmHg oder einen diastolischen Blutdruck von ≥ 90 mmHg (1, 2).

Beide Leitlinien sehen die standardisierte Praxisblutdruckmessung, häusliche Blutdruckmessung und Langzeitblutdruckmessung als zentrale Methoden zur Diagnose der Hypertonie vor. Zur Diagnosesicherung wird eine ambulante Blutdruckmessung (häuslich oder Langzeitmessung) empfohlen. Bei ausschließlichen Praxismessungen soll der Blutdruck an mehreren Tagen erfasst werden. Um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten, sollten drei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten gemacht werden, wobei der Mittelwert der zweiten und dritten Messung verwendet wird.

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