Der Apothekenmarkt schwächelt |

In den ersten beiden Monaten des Jahres konnten sich auch die Apotheken dem Abwärtstrend in der deutschen Wirtschaft nicht entziehen. Nach Berechnungen des Informationsdienstleisters Insight Health lag der Umsatz mit Arzneimitteln in den rund 21.500 Apotheken im Januar und Februar mit 3,9 Milliarden Euro zu Herstellerabgabepreisen um 4 Prozent unter dem Wert für den Vergleichzeitraum im vergangenen Jahr. Grund für das Umsatzminus ist ein Rückgang der verkauften Packungen. Ihre Zahl sank um 4,2 Prozent und damit geringfügig stärker als der Umsatz. Mit einem Umsatzrückgang von 5,6 Prozent schrumpfte der Markt für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel deutlicher als der für rezeptpflichtige Medikamente (minus 3,3 Prozent).
Nach Angaben von Insight Health blieben nur zwei Teilmärkte von dem Rückgang verschont. Der Umsatz mit Re-Importen stieg um stolze 7,8 Prozent auf 370 Millionen Euro. Wie gewohnt konnten auch die Hersteller patentgeschützter Arzneimittel ihren Umsatz ausbauen. Mit 3,7 Prozent fiel das Wachstum in diesem Jahr allerdings vergleichsweise bescheiden aus. Wie Insight Health vermutet, hat ein deutlicher Zuwachs bei Reimporten hochpreisiger Innovationen, den Anstieg in diesem Marktsegment gebremst. Vorläufig beendet ist dagegen das Wachstum im Generikamarkt. Hier sank der Umsatz um knapp ein Prozent. Ursache dafür sind vor allem Preissenkungen.
Den größten Anteil am Rückgang haben allerdings die Impfstoffe, deren Kosten Insight Health anders als die Gesetzliche Krankenversicherung noch zu den Arzneimittelausgaben gerechnet werden. Sie sind für annähernd die Hälfte des gesamten Marktrückganges verantwortlich. Vor allem bei FSME- und Gebärmutterhalskrebs-Impfungen sei ein starker Einbruch zu verzeichnen. Nach dem Boom des vergangenen Jahres ist hier der Bedarf deutlich kleiner geworden.
Den Rückgang bei Arzneimitteln der Selbstmedikation erklärt Insight Health mit der Konkurrenz durch die Versandapotheken. Diese hätten wahrscheinlich ihren Marktanteil ausgeweitet. Allerdings seien für eine valide Aussage weitere Untersuchungen nötig. Diese wären auch die Voraussetzung für eine Angabe dazu, inwieweit die aktuelle Wirtschaftskrise womöglich eine Kaufzurückhaltung bei Selbstmedikationspräparaten ausgelöst hat. (dr)
13.03.2009 l PZ
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