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Mehrfach-Impfung
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Impfarm wechseln oder zweimal in denselben Arm piksen lassen?

In der Regel darf man sich aussuchen, in welchen Arm man sich eine Impfung geben lässt. Eine Studie aus dem Saarland deutet darauf hin, dass es schlau sein könnte, bei Mehrfach-Impfungen besser noch einmal denselben Arm frei zu machen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 15.08.2023  13:00 Uhr
Impfarm wechseln oder zweimal in denselben Arm piksen lassen?

Studien, die untersuchen, ob es einen Unterschied macht, wo die Erst- und die Auffrischungsimpfungen appliziert werden, gebe es bisher kaum. »Die Frage ist an sich so banal oder trivial, dass bisher kaum jemand darüber nachgedacht hat«, sagt Dr. Martina Sester, Professorin für Transplantations- und Infektionsimmunologie an der Universität des Saarlandes. Eine ihrer Doktorandinnen ergriff die Chance, als die Coronaimpfungen starteten, um zu untersuchen, ob es hier einen Unterschied gibt. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal »eBioMedicine« veröffentlicht worden.

Dafür untersuchte Doktorandin Laura Ziegler die Impfreaktion bei 303 Personen, die zu Beginn der Corona-Impfkampagne zweimal mit Comirnaty®, dem Covid-19-Impfstoff von Biontech, geimpft wurden. Die Probanden hatten zuvor noch keinen Kontakt mit dem SARS-CoV-2-Virus gehabt, waren also immunnaiv. Die Studienteilnehmenden ließen sich nun entweder bei der Erst- und Zweitimpfung in den gleichen Oberarm impfen (ipsilateral) oder einmal in den rechten und einmal in den linken (contralateral).

In etwas zeitlichem Abstand wurde ihnen Blut abgenommen, um die Bildung und Reaktion von Antikörpern sowie CD4- und CD8-Zellen zu bestimmen. Am auffälligsten sei die Beobachtung gewesen, dass die Zahl der CD8-T-Zellen, umgangssprachlich auch T-Killerzellen genannt, zwei Wochen nach der Impfung bei den »einseitig« Geimpften deutlich höher war bei denjenigen, die ihre Impfung in beide Arme bekommen haben, erläutert Ziegler. »Bei den ipsilateral geimpften Probanden konnten wir die Killerzellen in 67 Prozent der Fälle nachweisen. Bei den contralateral geimpften Personen lag dieser Anteil nur bei 43 Prozent.« Das bedeute, dass das Immunsystem im Falle einer Coronainfektion mit hoher Wahrscheinlichkeit besser auf das Virus reagieren kann.

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