| Brigitte M. Gensthaler |
| 03.03.2026 09:00 Uhr |
Der Antikörper (humanisiertes IgG1-κ) bindet an das CD3-Protein, ein Zelloberflächen-Antigen auf T-Lymphozyten. Dies führt zur Internalisierung des Teplizumab-CD3-Komplexes von der Oberfläche der T-Zellen, was die intrazelluläre Signalkaskade und Genexpression beeinflusst. Teplizumab bindet an CD4- und CD8-positive T-Zellen.
Der Wirkmechanismus ist noch nicht ganz geklärt. Über eine partielle agonistische Signalübertragung könnte es zur Deaktivierung und partiellen Erschöpfung von autoreaktiven CD8+ T-Lymphozyten kommen; damit wird die immunvermittelte Betazellzerstörung aufgehalten. Zugleich könnten regulatorische T-Zellen zunehmen, die wiederum aktivierte T-Zellen hemmen. Dies könnte eine erneute Balance des Immunsystems begünstigen und die Betazellfunktion länger erhalten.
Die Zulassung von Teplizumab basiert auf der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie TN-10 (DOI: 10.1056/NEJMoa1902226) mit 76 Patienten im Alter von 8 bis 49 Jahren mit T1D im Stadium 2. Die Teilnehmenden bekamen über 14 Tage entweder Teplizumab oder Placebo als Infusion. Die mediane Dauer bis zur Diagnose des T1D im Stadium 3 betrug 50 Monate unter Verum und 25 Monate unter Placebo. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 51 Monaten war die Progression des T1D statistisch signifikant verzögert.
Follow-up-Studien zeigten einen anhaltenden Nutzen. In einer Nachbeobachtung über 2,5 Jahre (DOI: 10.1126/scitranslmed.abc8980) hatten 50 Prozent der Patienten aus der Teplizumab-Gruppe versus 22 Prozent aus der Placebogruppe noch keinen manifesten Diabetes entwickelt. Nach fünf Jahren waren es noch 36 Prozent (DOI: 10.1172/JCI177492).
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Teplizumab gehören Lymphopenie (75 Prozent), Leukopenie (58 Prozent), Neutropenie (37 Prozent) und Ausschlag (36 Prozent).
Die häufigste schwerwiegende Nebenwirkung war ein Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS). CRS-Symptome umfassen Fieber, Übelkeit, Atemnot, Kopf-, Muskel- und Knochenschmerzen sowie erhöhte Leberenzym- und Gesamtbilirubinwerte. Die Symptome traten typischerweise während der ersten fünf Tage der Behandlung auf und sollten mit Antipyretika, Antihistaminika und/oder Antiemetika behandelt werden.
Weitere schwerwiegende Nebenwirkungen waren erhöhte Leberenzymwerte (Alanin- und Aspartat-Aminotransferase), Lympho- und Neutropenie sowie Infektionen. Es wurden bakterielle und virale Infektionen berichtet, darunter Gastroenteritis, Zellulitis, Pneumonie, Abszess und Sepsis.
Im Rahmen des Risk Management Plan stehen für Teizeild Schulungsmaterialien zur Risikominimierung zur Verfügung, darunter Leitfäden für Angehörige von Gesundheitsberufen und für Patienten.