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Covid-19
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Immer mehr gefälschte Corona-Impfausweise

Im Zuge der verschärften Coronaregeln bei gleichzeitigem Ende der kostenlosen Bürgertests nimmt auch der Handel mit gefälschten Impfausweisen und digitalen Impfzertifikaten Fahrt auf. Den Ermittlern in Bayern ist nun ein Schlag gegen eine Betrügerbande gelungen. Doch der illegale Markt boomt - analog und digital. Viele Fälle bleiben anscheinend unentdeckt - auch, weil die Überprüfung von Impfpässen nicht einfach ist.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 25.10.2021  13:06 Uhr

Überprüfung der Echtheit schwierig

Ob ein Impfausweis echt ist oder gefälscht, ist für Apotheken in der Regel schwer nachprüfbar. Das Hauptproblem bei der Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten sei, dass Impfausweise nicht fälschungssicher sind, betonte der stellvertretende Geschäftsführer des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV), Frank Eickmann, gegenüber dpa.

»Es gibt keine Sicherheitsmerkmale wie ein Wasserzeichen«, sagte Eickmann. Außerdem würden die Daten nicht aktualisiert: Wenn jemand heirate oder umziehe, könnten sich die Angaben auf dem Impfbuch von

denen auf dem ebenfalls vorzuzeigenden Personalausweis unterscheiden. »Was bleibt, ist, dass die Apotheken nach bestem Wissen und Gewissen prüfen«, so der LAV-Sprecher. Dabei würden Stempel von Hausarztpraxen genau so unter die Lupe genommen wie Chargen-Nummern der Impfstoffe. »Es ist auch nicht ganz selten, dass in Impfausweisen kein einziger Eintrag außer zwei Corona-Impfungen enthalten ist.« Dann werde das Dokument ebenfalls genauer geprüft. »Am Ende haben wir aber keine endgültige Fälschungssicherheit«, sagte Eickmann.

Einige Anbieter hatten auch versucht, digitale Covid-19-Impfzertifikate per Videosprechstunde auszustellen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hatte zuletzt davor gewarnt und dieses Prozedere für strafbar erklärt.


 

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