| Melanie Höhn |
| 28.01.2026 17:00 Uhr |
Die Auswirkungen der US-Politik auf die Arzneimittelpreise seien aus GKV-Sicht ein »Spannungsfeld«: »Da existiert bereits enormer Druck im Kessel«, sagte Thiede, »55 Milliarden Euro Arzneimittelausgaben im Jahr 2025«. Doch man habe sich entschieden, den Weg mit dem AMNOG zu gehen. »Wenn den Produkten ein bestimmter Nutzen gegenübersteht, müssen wir auch als Solidargemeinschaft bereit sein, den Preis zu zahlen.
Wir kommen eigentlich nur weiter, wenn wir uns in Richtung Europa orientieren und die Herausforderung gemeinsam angehen.«
Aus Kassensicht sei das Preisthema zentral: »Da müssen wir die Köpfe zusammenstecken. Aber eine Blaupause habe ich aus Kassensicht auch nicht.« Aus GKV-Sicht sei es wichtig, dass Industriepolitik nicht auf Kosten der Beitragszahlenden betrieben werde. »Ich denke grundsätzlich, dass wir unser System als Ganzes nicht infrage stellen sollten. Wir haben ein solides System zur Bestimmung von Erstattungspreisen in der GKV, aber das muss sicher weiterentwickelt werden.«
Matthias Wernicke betonte, dass man sich die Frage stellen müsse, was ein gerechtfertigter Preis für ein Medikament sei, das Leben rettet. Er wünscht sich eine gewisse »Positivität gegenüber Innovationen«.
Jasmina Kirchhoff führte an, dass man sich ernsthaft darüber unterhalten müsse, wie mit den Arzneimittelpreisen umgegangen werde. Sie wolle das AMNOG »nicht über den Haufen werfen, das ist eine feine Sache«, sagte sie. »Aber wir müssen über Preise sprechen, sie spielen eine Rolle.« Sie erklärte weiter: »Wenn wir es nicht wollen oder nicht können, Preise anzugeben oder höhere Preise zu bezahlen, dann müssen wir uns überlegen, wie wir mit der Situation umgehen.« Man müsse sich die Frage stellen, was das für unser Gesundheitssystem und unsere Versorgung bedeutet. »Können wir unter der Gemengelage zukünftig die Versorgung, die wir aktuell jedem garantieren, auf dem neuesten Stand der Technik mit den innovativsten Produkten noch anbieten?« Diese Diskussion müsse geführt werden.
Doch es hänge nicht alles nur am Preis – auch Standortstärkung für die Pharmaindustrie müsse geschärft werden.