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Retrospektive Studie
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Hydroxychloroquin eher schädlich als nützlich

Hydroxychloroquin hat einer retrospektiven Auswertung zufolge keinen positiven Effekt auf Patienten, die an Covid-19 leiden. Im Gegenteil: Die Sterblichkeitsrate war sogar höher als in der Vergleichsgruppe.
AutorKontaktPZ/dpa
Datum 22.04.2020  11:28 Uhr

Das berichteten Ärzte aus US-amerikanischen Krankenhäuser am Dienstag in einer noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie auf einem Preprint-Server. Die Auswertung befasste sich retrospektiv mit den Daten von 368 männlichen Covid-19-Patienten, die bis 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren. Von den Patienten waren 97 mit Hydroxychloroquin behandelt worden, 113 bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin, 158 weitere weder noch.

Die Forscher erklärten, es liefen derzeit größere und belastbarere Studien inklusive Placebo-Gruppen zur Verwendung des Medikaments. Deren Ergebnisse würden aber erst später vorliegen. Daher sei es das Ziel ihrer Analyse gewesen, aktuelle «Erkenntnisse zu den klinischen Ergebnissen» zu bieten, schreiben die Forscher um Joseph Magagnoli, Siddharth Narendran und Felipe Pereira. Dies sei auch mit Blick auf die bedeutenden Nebenwirkungen des Malaria-Medikaments wichtig.

Die Einnahme von Hydroxychloroquin oder eine Kombination mit Azithromycin habe die Wahrscheinlichkeit, an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden zu müssen, nicht verringert, heißt es in der Studie. Bei Patienten, die das Malaria-Medikament allein erhielten, habe sich sogar eine deutlich höhere Sterberate ergeben, hieß es weiter. Das Risiko (Hazard Ratio) stieg um den Faktor 2,6.

Die Forscher erklärten, die allgemeine gesundheitliche Verfassung der Patienten sei vergleichbar gewesen. Sie schränkten allerdings ein, dass vor allem Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf durch das neue Coronavirus Hydroxychloroquin bekommen hätten. 

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