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GKV-Spargesetz
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HIV-Versorgung unter Druck

Die Zahl der Menschen mit HIV-Diagnose in der GKV ist innerhalb von zehn Jahren um 33,1 Prozent angestiegen. Expertinnen und Experten warnen, dass deren Versorgung durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und veränderte Rahmenbedingungen zunehmend gefährdet ist. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 13.10.2026  13:25 Uhr
Unsicherheit und Einschränkung der PreP

Unsicherheit und Einschränkung der PreP

Siegfried Schwarze, langjähriger HIV-Aktivist und Vertreter der Community, beschrieb in seinem Vortrag »Die Angst geht um« die wachsende Verunsicherung von Menschen mit HIV hinsichtlich ihrer zukünftigen medizinischen Versorgung. Obwohl die HIV-Behandlung in Deutschland derzeit überwiegend gut funktioniere, werde es zunehmend schwieriger, zeitnah Termine bei spezialisierten Ärztinnen und Ärzten zu erhalten.

Besonders in ländlichen Regionen drohen Versorgungslücken, so Schwarze. Gleichzeitig würden die Wartezeiten steigen, während die Zeit für individuelle Beratung und Gespräche über moderne Therapieoptionen knapper werde. Schwarze warnte davor, dass die geplanten gesundheitspolitischen Einsparungen und die Einführung einer budgetierten Vergütung den Zugang zur Versorgung zusätzlich erschweren könnten. Auch die Verfügbarkeit innovativer Medikamente sieht er gefährdet, wenn Hersteller aufgrund der bestehenden Preis- und Bewertungsmechanismen auf eine Markteinführung in Deutschland verzichten.

Hinzu kommen laut Schwarze mögliche Lieferengpässe bei Arzneimitteln sowie die finanzielle Unsicherheit von Aidshilfen und Präventionsangeboten. »Sobald es sich herumspricht, dass es bei einem Präparat wahrscheinlich Lieferengpässe geben wird, gibt es Hamsterkäufe von Großhändlern, von einzelnen Apotheken und von Anwendern. Das verstärkt natürlich den Mangel auch noch«, sagte er.

Besonders kritisch bewertet der Experte die mögliche Einschränkung der PrEP, die wesentlich zur Verhinderung von Neuinfektionen beitrage. Er forderte deshalb den Erhalt einer flächendeckenden, spezialisierten Versorgung, den Ausbau telemedizinischer Angebote, eine gezielte Nachwuchsförderung und einen gesicherten Zugang zu Innovationen. Sein Fazit: »Versorgungssicherheit ist mehr als der Zugang zu Medikamenten. Versorgungssicherheit ist Therapiekontinuität, Wahlmöglichkeiten und eine spezialisierte Versorgungsstruktur für Menschen, die mit HIV leben.«

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