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Allergie
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Heuschnupfen besser verstehen

Aktuell ist wieder Pollensaison und viele Menschen leiden an Symptomen von Heuschnupfen. Was hilft gegen die allergischen Beschwerden und was sollte man besser sein lassen? Ein Allergologe und ein Augenarzt geben Tipps.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 27.03.2026  15:00 Uhr

Wie können Medikamente helfen?

Medikamente können eine Pollenallergie an sich nicht wegzaubern, aber sie können die Symptome lindern. So wird Durchatmen möglich – oder ein Spaziergang durchs Grün, ohne dass die Augen wie wild jucken. 

Antihistaminika gibt es als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Der jeweilige Wirkstoff unterbindet die allergischen Reaktionen, indem er dafür sorgt, dass der Botenstoff Histamin nicht andocken kann. Das lindert Beschwerden wie juckende Augen, Niesanfälle oder kribbelnde Schleimhäute.

Bei einer verstopften Nase hingegen sind kortisonhaltige Nasensprays meist hilfreicher als Antihistaminika. »Es wirkt auf alle Entzündungsreaktionen in der Nasenschleimhaut ein, führt also dazu, dass die Abwehrzellen insgesamt weniger aktiv sind«, sagt Zuberbier.

Viele greifen nur bei Bedarf zu Allergiemedikamenten – so wie man es von der Kopfschmerztablette kennt. Das bringt Allergologe Zuberbier zufolge einen Nachteil mit sich: »So laufen Sie dem Geschehen hinterher. Denn: Die Histamin-Rezeptoren werden immer empfindlicher und damit werden die Beschwerden stärker im Laufe der Zeit.« Besser: In der Allergiesaison jeden Tag zu Tablette oder Spray greifen.

Übrigens: Bei leichteren Beschwerden am Auge reichen womöglich schon Tränenersatzmittel aus. Sie befeuchten die Augen und helfen dabei, Pollen auszuspülen. »Wichtig ist aber, möglichst konservierungsmittelfreie Präparate zu verwenden«, rät Dr. Seleman Bedar, ärztlicher Leiter des OSG Augenzentrums Siegburg. Konservierungsmittel können das Auge nämlich reizen und die Beschwerden verschlimmern.

Und am besten verkneift man sich, die Augen zu reiben. »Das verschafft zwar kurzfristig Linderung, kann die Beschwerden aber langfristig verstärken«, sagt Bedar. Durch das Reiben werden Entzündungsstoffe freigesetzt, die bei ohnehin gereizten Augen alles andere als hilfreich sind. Und: »Im schlimmsten Fall verursacht man sogar kleine Verletzungen«, so der Augenarzt. So können etwa kleine Kratzer auf der Hornhaut entstehen.

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