Schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der Frauen leiden rund um ihre Periode unter körperlichen und psychischen Beschwerden. / © Adobe Stock/izzetugutmen
»Bisher gibt es in Deutschland keine Leitlinie zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms (PMS) und auch zur Therapie ist wenig bekannt«, heißt es in der neuesten Ausgabe der Evi-News, dem monatlichen Newsletter zur evidenzbasierten Selbstmedikation. Darin findet sich ein umfassender Überblick über das PMS, seine Ausprägungen und die (begrenzten) Therapiemöglichkeiten.
Ärztlich verordnet werden mitunter hormonelle Kontrazeptiva, selektive Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) wie Fluoxetin bei ausgeprägter psychischer Symptomatik oder auch GnRH-Agonisten zusätzlich zur Gabe niedrig dosierter Estrogen-Präparate bei schwerer Symptomatik zur Zyklusunterdrückung. Gängig sind natürlich auch Schmerzmittel, vor allem in der Selbstmedikation.
»Die Behandlung eines PMS sollte grundsätzlich immer ärztlich begleitet werden«, schreibt das Evi-News-Team. Britische und US-amerikanische Leitlinien würden in der Selbstmedikation neben NSAR bei Schmerzen folgende Präparate unterstützend empfehlen:
Fast als Alleskönner gilt zudem Vitamin D. Eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie, die im vergangenen Jahr im Fachjournal »BMC Women’s Health« publiziert wurde, hat die Frage untersucht, ob Vitamin D und E in Kombination zur Reduktion von Schmerzen und PMS-Symptomen bei primärer Dysmenorrhö taugen. Darauf geht das Evi-News-Team diesen Monat detailliert ein.
An der Studie nahmen 106 Frauen mit diagnostizierter primärer Dysmenorrhö teil. Die eine Hälfte erhielt Placebo, die andere Vitamin-D- und -E-Supplemente. Die Dosierung lag bei 400 I. E. Vitamin E täglich im Zeitraum von zwei Tagen vor bis fünf Tagen nach Beginn der Menstruation sowie bei 50 000 I. E. Vitamin D einmal wöchentlich über acht Wochen. In Deutschland wird aktuell eine tägliche Höchstdosis von Vitamin E von 30 mg sowie von Vitamin D bei einem Mangel durch geringe endogene Synthese von 4000 I. E. empfohlen.
Tatsächlich verringerten sich Schmerzintensität und PMS-Symptome nach vier Monaten signifikant. Unter den PMS-Symptomen war die Reduktion der physischen Beschwerden am stärksten. Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen auf, wobei hauptsächlich von Übelkeit berichtet wurde.
Allerdings sieht das Evi-News-Team einige Einschränkungen bei der Aussagekraft der Studie. Eine Substitution könne erwogen werden, bei Vitamin D sollte jedoch am besten vorher der Spiegel bestimmt werden. Da die in der Studie eingesetzte Dosierung die in Deutschland empfohlenen Höchstmengen überschreitet, könne eine abschließende Dosierempfehlung hier nicht gegeben werden.
EviNews – Informationen zur evidenzbasierten Selbstmedikationen werden vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit an der Universität Leipzig zusammengestellt. Der Newsletter erscheint in der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH und wird ausschließlich durch die ABDA und die Avoxa finanziert. Die kostenlose Registrierung ist unter www.evinews.de möglich. Der Newsletter erscheint einmal monatlich. Alle Ausgaben finden sich im Archiv.