Im Zentrum des Abends standen zudem zukünftige Versorgungspfade und eine bessere Steuerung der Patientinnen und Patienten. Das Panel beleuchtete, wo ärztliche Behandlung zwingend erforderlich ist, wo Apotheken ihre heilberufliche Kompetenz stärker einbringen können und wie Prävention, Gesundheitskompetenz und Selbstmedikation sinnvoll zusammenspielen.
Laut dem Verband rückte zugleich die Frage in den Fokus, wie knapper werdende personelle und finanzielle Ressourcen gezielter eingesetzt werden können. In der Diskussion sei die heilberuflich unterstützte Selbstmedikation als wichtiger Bestandteil der Primärversorgung eingeordnet worden. »Rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel ermöglichen bei geeigneten Indikationen einen schnellen Zugang zur Versorgung und können dazu beitragen, Arztpraxen und Notfallstrukturen zu entlasten. Zugleich wurde deutlich: Voraussetzung sind klare Grenzen der Eigenverantwortung, eine fundierte heilberufliche Beratung und ein gleichberechtigter Zugang zu Gesundheitsbildung und Versorgung«, resümierte Pharma Deutschland.
Die Diskussion verband die Frage nach mehr Eigenverantwortung ausdrücklich mit dem Solidaritätsgedanken, so der Verband weiter. Nicht alle Menschen würden über dieselben finanziellen Möglichkeiten oder dieselbe Gesundheitskompetenz verfügen. Deshalb müsse eine stärkere Rolle der Selbstmedikation von Gesundheitsbildung, erreichbarer heilberuflicher Beratung und sozial ausgewogenen Rahmenbedingungen begleitet werden. Als gemeinsame Orientierung sei herausgearbeitet worden: Gute Versorgung dürfe nicht von Einkommen, Wohnort oder individuellem Vorwissen abhängen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion sei das Zusammenwirken der Gesundheitsberufe gewesen. Dabei sei deutlich geworden: Eine zukunftsfähige Primärversorgung brauche klare Zuständigkeiten, gegenseitiges Vertrauen und intelligente Übergänge zwischen Selbsthilfe, Apotheke, ärztlicher Behandlung und weiteren Versorgungsangeboten. Die Vor-Ort-Apotheke könne dabei als niedrigschwellige erste Anlaufstelle eine stärkere Rolle übernehmen, ohne die notwendige ärztliche Diagnostik und Therapie infrage zu stellen.