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Apothekerverband
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Hans-Günter Lund bleibt Vorstand im Norden

Die Vorstandswahl des Apothekerverbands Schleswig-Holstein fand kurz vor den Apothekenprotesten statt. Der wiedergewählte Vorstandsvorsitzende Hans-Günter Lund rief die Apotheken im Norden zur Teilnahme auf. 
AutorKontaktPZ
Datum 23.03.2026  12:30 Uhr

Am 21. März fand die konstituierende Sitzung und Delegiertenversammlung des Apothekerverbands Schleswig-Holstein in Kiel statt. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Hans-Günter Lund wurde im Amt bestätigt, ebenso die erste stellvertretende Vorsitzende Michaela-Alexandra Banzhaf. Christian Stolzenburg hatte nicht mehr als zweiter stellvertretender Vorsitzender kandidiert. Seinen Posten übernimmt Hannes Max Schaefer. Stolzenburg bleibt jedoch Mitglied des siebenköpfigen Vorstands. Dem gehören weiterhin Sven Oliver Conrad und Dr. Burkhard Eisend an. Da die langjährige Vorständin Antje Haase ihre Gorch-Fock-Apotheke in Kiel zum 1. Januar dieses Jahres an eine Nachfolgerin übergeben konnte und nun im Ruhestand ist, rückte Constantin Böhland nach.

Lund dankte für das erneut ausgesprochene Vertrauen und die bisherige Zusammenarbeit. Bei der Versammlung am Samstag stand der Tag des Protests gegen das bisherige Ausbleiben der zwar immer wieder versprochenen, aber immer noch nicht umgesetzten Honorarerhöhung im Vordergrund. Lund rief noch einmal eindringlich zur Teilnahme an den Protestmaßnahmen auf.

Laut Verband haben sich am Montag zwei volle Busse aus Schleswig-Holstein zum Apothekenprotest nach Hannover aufgemacht. In Flensburg und Umland gibt es eine eigene Kundgebung. Dort haben die Apotheken nach Angaben des Verbands bis auf den Notdienst alle samt geschlossen, ebenso im Kreis Nordfriesland. »Aber auch viele Apotheken, die nicht schließen, nehmen auf die eine oder andere Weise am Protest teil, etwa indem sie verdunkeln, durch die Notdienstklappe beraten«, teilte der Verband der PZ auf Nachfrage mit. Man gehe von einer Beteiligung in Schleswig-Holstein und Hamburg von 75 bis 80 Prozent aus.

Höheres Apothekenhonorar für höhere Löhne der Angestellten

Länger diskutiert wurde über die geringe Entlohnung und Organisation der Apothekenangestellten. Dabei kam man auch auf einen Antrag aus Schleswig-Holstein zum Deutschen Apothekertag 2022 zu sprechen, der damals von den Delegierten angenommen wurde. Unter dem Stichwort »Mitarbeiterpakt« wurde der Gesetzgeber aufgefordert, die Apothekenhonorierung zu erhöhen, um die Gehälter der angestellten Apothekerinnen und Apotheker, PTA und PKA deutlich anheben und refinanzieren zu können. Bekanntlich ist das bis heute nicht passiert. Vorgeschlagen wurde, analog zum Nacht- und Notdienstfonds, ein Mitarbeiterfonds, finanziert durch einen festzulegenden Aufschlag, der an die Tarifanpassungen in öffentlichen Apotheken zu koppeln sei.

»Da die Vor-Ort-Apothekeninhaber:innen ein hohes Eigeninteresse haben, als attraktive Arbeitgeber ihre Mitarbeiter:innen dauerhaft in ihren Betrieben zu halten, indem Sie unter anderem attraktive und konkurrenzfähige Gehaltsbänder anbieten können, binden sich die Inhaber, die im Zuge dieses Mitarbeiterpaktes dauerhaft zur Verfügung gestellten Mittel unter Berücksichtigung der Lohnnebenkosten 1:1 an ihre Mitarbeiter: innen weiterzugeben«, hieß es 2022 in der Begründung dieses Antrags.

Digital- und Innovationsausschuss geplant

Auch die Ausschüsse des Verbands wurden für die neue Legislaturperiode neu besetzt. Der Vertrags- und Wirtschaftsausschuss wird weiterhin von Christian Stolzenburg als Vorsitzender geführt, der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit von Elisabeth Mürnseer. Dem Tarifausschuss sitzt weiterhin Hans-Günter Lund vor, der nicht nur Vorsitzender des AVSH, sondern auch stellvertretender Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken (ADA) ist. Vorstand und Delegiertenversammlung suchen zudem technikaffine Mitglieder für einen neuen Digital- und Innovationsausschuss, der sich unter anderem mit der Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Apotheke beschäftigen soll.

Zum Schluss wurde es noch etwas emotional: Der Verband dankte Antje Haase für ihren Einsatz für die Apothekerschaft über ihr gesamtes Berufsleben. Schon im zweiten Semester habe sie angefangen, sich in der Fachschaft Kiel zu engagieren. Sie habe sich in besonderer, vorbildlicher Weise für die Belange der Apothekerschaft in der Apothekerkammer, beim Versorgungswerk der Apotheker und im Apothekerverband Schleswig-Holstein engagiert. Beim AVSH war sie bis dato und über lange Jahre Vorstandsmitglied.

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