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Antidiabetika-Vergleich
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Haarverlust wahrscheinlicher unter GLP-1-Agonisten

Forschende haben anhand Zehntausender Patientendatensätze untersucht, ob das Alopezie-Risiko unter GLP-1-Rezeptoragonisten größer ist als bei anderen Antidiabetika. Zwar ist das absolute Risiko gering, trotzdem sollte diese potenzielle Nebenwirkung bei einer informierten Therapieentscheidung berücksichtigt werden.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 30.07.2026  07:00 Uhr

Immer mal wieder erhalten die Arzneimittelbehörden wieder Berichte zu Haarverlust (Alopezie) als potenzielle Nebenwirkung einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA). Insbesondere die häufig angewendeten Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid sind betroffen. Forschende der University of Pennsylvania, USA, haben nun anhand elektronischer Patientenakten von Menschen mit Typ-2-Diabetes ermittelt, wie groß das Risiko gegenüber anderen Antidiabetika ist.

Sie verglichen zum einen 12.004 Patienten unter GLP-1-RA-Therapie mit 15.221 Patienten unter SGLT-2-Hemmern sowie weitere 11.964 Patienten unter GLP-1-RA mit 11.238 Patienten unter DPP-4-Inhibitoren, die zwischen Januar 2019 und September 2024 aufgrund eines Typ-2-Diabetes behandelt wurden.

Geringes absolutes Risiko

Nach Adjustierung möglicher Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter, Ethnie, anderen Grunderkrankungen, Arzneimittelgebrauch und Body-Mass-Index fanden sie folgende Relationen: Das Risiko für eine Alopezie unter GLP-1-Agonisten war um 37 Prozent höher als unter SGLT-2-Hemmern. Die absoluten Zahlen waren jedoch gering. So trat die mögliche Nebenwirkung nur 6,91-mal beziehungsweise 5,04-mal pro 1000 Personenjahre auf. Ähnliches gilt für den Vergleich mit den DPP-4-Hemmern: Das relative Risiko für Haarverlust war um 68 Prozent erhöht, trat aber nur bei 6,53 beziehungsweise 3,89 pro 1000 Personenjahre auf.

Weitere Analysen ergaben, dass dieser Zusammenhang speziell für die nicht narbenbildende Alopezie galt, bei der die Haarfollikel intakt bleiben und somit die Möglichkeit eines Nachwachsens besteht. Hier stellten die Forschenden ein um 53 Prozent (SGLT-2-Hemmer) beziehungsweise 72 Prozent (DPP-4-Hemmer) erhöhtes Risiko unter den Inkretinmimetika fest.

Gewichtsverlust als Risikofaktor für Haarverlust

Die Arbeit ist im »British Medical Journal« erschienen. In einer begleitenden Pressemitteilung weisen die Autoren darauf hin, dass ein schneller Gewichtsverlust ein allgemein anerkannter Auslöser für Haarausfall sei und zudem zu Eisen- oder Zinkmangel führen könne, der den Haarwachstumszyklus stört. Auch hormonelle Veränderungen könnten eine Rolle spielen, allerdings seien weitere Studien erforderlich, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu klären.

Die Studie hat einige Limitationen, zum Beispiel lagen keine Informationen zu Schweregrad, Ausmaß, Dauer und Reversibilität der Alopezie nach Ende der Behandlung vor. Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine fundierte Studie handle, die auf hochwertigen Daten einer großen, repräsentativen Kohorte basiere, und dass die Ergebnisse auch nach zusätzlichen Analysen konsistent geblieben seien, was auf ihre Zuverlässigkeit hindeute.

»Unsere Ergebnisse ergänzen bisherige vereinzelte Hinweise auf Sicherheitsbedenken und liefern systematischere Belege, um das klinische Bewusstsein für diese potenzielle Nebenwirkung zu schärfen.« In den Fachinformationen von Mounjaro® und Wegovy® ist Haarausfall mit der Angabe »häufig« aufgelistet, in der Ozempic®-Fachinformation dagegen nicht.

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