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Neue Medaillen
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Große Forscher und Gesellschaften

Die numismatische Sammlung des Deutschen Apotheken-Museums konnte durch Anschaffungen und Schenkungen wieder bereichert werden. Medaillen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert erinnern an bedeutende Persönlichkeiten aus der Pharmazie und an Jubiläen von Gesellschaften.
AutorKontaktBarbara Simon
Datum 02.01.2026  07:00 Uhr

Mittendrin in der prominentesten Pharmaziegeschichte sind wir mit einer Medaille, die auf das 50-jährige Berufsjubiläum von Johann Bartholomäus Trommsdorff im Jahr 1834 geschaffen wurde (Abbildung 1). Gewidmet wurde diese von seinen Freunden, worauf die Legende TESSERA AMICORUM hinweist.

Die Vorderseite nimmt ein Altersporträt Trommsdorffs ein, auf der Rückseite ist die Zubereitung eines Arzneimittels durch drei Personen in antiker Gewandung dargestellt. In der Mitte sitzt ein älterer Mann, der in der rechten Hand eine Fackel hält. Der junge Mann, der vor ihm steht, hält in der linken Hand ein Simpulum, ein Schöpfgefäß, in das er aus einem kleinen Fläschchen eine Flüssigkeit gießt. Ein weiterer junger Mann hinter dem Sitzenden rührt mit einem langen Stab in einer Reibschale. Die lateinische Umschrift FAX DIVINA COQVIT SVCCOS MORBISQVE MEDETVR erläutert das Geschehen: Die göttliche Fackel kocht die Säfte und wird die Kranken heilen.

Eine Medaille auf den Homöopathen Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) wurde 1922 in der Porzellanmanufaktur Meißen geschaffen (Abbildung 2). Auf der Vorderseite ist sein Porträt abgebildet, umgeben von zwei umlaufenden Legenden, die eine mit seinem Namen und den Lebensdaten, innen sein Motto SIMILIA SIMILIBUS CURANTUR. Auf der Rückseite ist der Dom zu Meißen dargestellt, flankiert von zwei Schwertern, der berühmten Marke der Manufaktur. Die außen umlaufende Beschriftung weist das Stück als »Baustein für das Denkmal des Begründers der Homöopathie« aus, die innere »In seiner Vaterstadt Meissen« gibt Hinweis auf den Standort des geplanten Denkmals.

Der Verkauf der Porzellanmedaille sollte also der Errichtung eines Hahnemann-Denkmals dienen. Der Plan scheiterte allerdings an der Inflation in Deutschland, die 1922 ihren Höhepunkt erreichte. Erst 1955 wurde zum 200. Geburtstag Hahnemanns erneut der Bau eines Denkmals beschlossen, das 1957 hinter der Nikolaikirche im Stadtpark von Meißen errichtet wurde.

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