Eine französische Medaille diente als Preismedaille der pharmazeutischen Hochschule in Paris (Abbildung 3). Die Vorderseite mit der Legende AU SOULAGEMENT DE L’HUMANITÉ – Zum Wohle der Menschheit – wurde 1803 von dem Medailleur Nicolas-Guy-Antoine Brenet (1773 bis 1846) geschaffen. Im Abschnitt bezeichnet sich Dominique Vivant-Denon (1747 bis 1825) mit dem Wort »direxit« als Verantwortlicher für die Herstellung der Medaille. Er war seit 1803 Direktor der Staatlichen Prägeanstalt in Paris unter Napoleon, den er seit dem Ägyptenfeldzug kannte. Über diese Expedition schrieb Vivant-Denon seinen Bericht »Reisen durch Ober- und Unterägypten«. 1802 hatte ihn Napoleon bereits zum Direktor des heutigen Louvre ernannt.
Abbildung 3: Bronzemedaille, als Preis für die Pharmazeutische Hochschule Paris geschaffen (Inv. Nr. VII D 0457) / © Adobe Stock/oleh11
Während auf der Rückseite ein Kranz aus Heilkräutern ein Feld umrahmt, in das der Name des Preisträgers hätte eingraviert werden können, zeigt die Vorderseite eine interessante Darstellung. Hier wurde das Motiv der »Drei Reiche der Natur« um ein Element erweitert, nämlich die Retorte, um die sich eine Schlange ringelt, die das Tierreich als Quelle des Arzneimittels symbolisiert. Die beiden anderen Bereiche werden durch die Heilkräuter hinter der Schlange und die Steinformation neben der Retorte dargestellt. Das Thema der »Drei Reiche der Natur« taucht auch auf französischen Standgefäßen auf, wie im Artikel über die französische Standwaage (Seite 11 in dieser Ausgabe) beschrieben.
Ein Exemplar dieser Medaille war bereits im Bestand des Deutschen Apotheken-Museums in München, zählte allerdings zu den Kriegsverlusten. Durch Ankauf aus einer Auktion konnte sie nun ersetzt werden.
Abbildung 4: Medaille auf das Jubiläum der Niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Pharmazie (Inv. Nr. 0459) / © DAM/Adobe Stock/oleh11
Durch die Schenkung eines Privatsammlers kam die Medaille auf das 100-jährige Bestehen der Niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Pharmazie ins Deutsche Apotheken-Museum (Abbildung 4). Die schön gestaltete Medaille aus dem Jahr 1942 zeigt auf der Vorderseite einen Mörser mit Delphinhenkeln. Die Wandung des Mörsers ziert eine Blumenschale zwischen zwei Figuren, darüber verläuft ein dekorierter Fries. Auf dem Rand des Mörsers die Inschrift »LABOR VINCIT OMNIA«, umlaufend die Legende NEDERLANDSCHE MAATSCHAPPIJ TER BEVORDERING DER PHARMACIE.
Auf der Rückseite ist ein Zweig der Chinarinde (Cinchona Ledgeriana Javanensis) abgebildet, dazu die Umschrift SERVIUNT ARTE ET DILIGENTIA 1842–1942« (Sie dienen durch ihr Können und ihre gewissenhafte Hingabe), das Motto der Gesellschaft.