Abbildung 1: Medaille auf Johann Bartholomäus Trommsdorff (Inv. Nr. VII D 0455) / © DAM/Adobe Stock/oleh11
Mittendrin in der prominentesten Pharmaziegeschichte sind wir mit einer Medaille, die auf das 50-jährige Berufsjubiläum von Johann Bartholomäus Trommsdorff im Jahr 1834 geschaffen wurde (Abbildung 1). Gewidmet wurde diese von seinen Freunden, worauf die Legende TESSERA AMICORUM hinweist.
Die Vorderseite nimmt ein Altersporträt Trommsdorffs ein, auf der Rückseite ist die Zubereitung eines Arzneimittels durch drei Personen in antiker Gewandung dargestellt. In der Mitte sitzt ein älterer Mann, der in der rechten Hand eine Fackel hält. Der junge Mann, der vor ihm steht, hält in der linken Hand ein Simpulum, ein Schöpfgefäß, in das er aus einem kleinen Fläschchen eine Flüssigkeit gießt. Ein weiterer junger Mann hinter dem Sitzenden rührt mit einem langen Stab in einer Reibschale. Die lateinische Umschrift FAX DIVINA COQVIT SVCCOS MORBISQVE MEDETVR erläutert das Geschehen: Die göttliche Fackel kocht die Säfte und wird die Kranken heilen.
Abbildung 2: Porzellanmedaille als Baustein für ein geplantes Denkmal für Samuel Hahnemann in Meißen (Inv. Nr. VII D 0456) / © DAM/Adobe Stock/oleh11
Eine Medaille auf den Homöopathen Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) wurde 1922 in der Porzellanmanufaktur Meißen geschaffen (Abbildung 2). Auf der Vorderseite ist sein Porträt abgebildet, umgeben von zwei umlaufenden Legenden, die eine mit seinem Namen und den Lebensdaten, innen sein Motto SIMILIA SIMILIBUS CURANTUR. Auf der Rückseite ist der Dom zu Meißen dargestellt, flankiert von zwei Schwertern, der berühmten Marke der Manufaktur. Die außen umlaufende Beschriftung weist das Stück als »Baustein für das Denkmal des Begründers der Homöopathie« aus, die innere »In seiner Vaterstadt Meissen« gibt Hinweis auf den Standort des geplanten Denkmals.
Der Verkauf der Porzellanmedaille sollte also der Errichtung eines Hahnemann-Denkmals dienen. Der Plan scheiterte allerdings an der Inflation in Deutschland, die 1922 ihren Höhepunkt erreichte. Erst 1955 wurde zum 200. Geburtstag Hahnemanns erneut der Bau eines Denkmals beschlossen, das 1957 hinter der Nikolaikirche im Stadtpark von Meißen errichtet wurde.
Eine französische Medaille diente als Preismedaille der pharmazeutischen Hochschule in Paris (Abbildung 3). Die Vorderseite mit der Legende AU SOULAGEMENT DE L’HUMANITÉ – Zum Wohle der Menschheit – wurde 1803 von dem Medailleur Nicolas-Guy-Antoine Brenet (1773 bis 1846) geschaffen. Im Abschnitt bezeichnet sich Dominique Vivant-Denon (1747 bis 1825) mit dem Wort »direxit« als Verantwortlicher für die Herstellung der Medaille. Er war seit 1803 Direktor der Staatlichen Prägeanstalt in Paris unter Napoleon, den er seit dem Ägyptenfeldzug kannte. Über diese Expedition schrieb Vivant-Denon seinen Bericht »Reisen durch Ober- und Unterägypten«. 1802 hatte ihn Napoleon bereits zum Direktor des heutigen Louvre ernannt.
Abbildung 3: Bronzemedaille, als Preis für die Pharmazeutische Hochschule Paris geschaffen (Inv. Nr. VII D 0457) / © Adobe Stock/oleh11
Während auf der Rückseite ein Kranz aus Heilkräutern ein Feld umrahmt, in das der Name des Preisträgers hätte eingraviert werden können, zeigt die Vorderseite eine interessante Darstellung. Hier wurde das Motiv der »Drei Reiche der Natur« um ein Element erweitert, nämlich die Retorte, um die sich eine Schlange ringelt, die das Tierreich als Quelle des Arzneimittels symbolisiert. Die beiden anderen Bereiche werden durch die Heilkräuter hinter der Schlange und die Steinformation neben der Retorte dargestellt. Das Thema der »Drei Reiche der Natur« taucht auch auf französischen Standgefäßen auf, wie im Artikel über die französische Standwaage (Seite 11 in dieser Ausgabe) beschrieben.
Ein Exemplar dieser Medaille war bereits im Bestand des Deutschen Apotheken-Museums in München, zählte allerdings zu den Kriegsverlusten. Durch Ankauf aus einer Auktion konnte sie nun ersetzt werden.
Abbildung 4: Medaille auf das Jubiläum der Niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Pharmazie (Inv. Nr. 0459) / © DAM/Adobe Stock/oleh11
Durch die Schenkung eines Privatsammlers kam die Medaille auf das 100-jährige Bestehen der Niederländischen Gesellschaft zur Beförderung der Pharmazie ins Deutsche Apotheken-Museum (Abbildung 4). Die schön gestaltete Medaille aus dem Jahr 1942 zeigt auf der Vorderseite einen Mörser mit Delphinhenkeln. Die Wandung des Mörsers ziert eine Blumenschale zwischen zwei Figuren, darüber verläuft ein dekorierter Fries. Auf dem Rand des Mörsers die Inschrift »LABOR VINCIT OMNIA«, umlaufend die Legende NEDERLANDSCHE MAATSCHAPPIJ TER BEVORDERING DER PHARMACIE.
Auf der Rückseite ist ein Zweig der Chinarinde (Cinchona Ledgeriana Javanensis) abgebildet, dazu die Umschrift SERVIUNT ARTE ET DILIGENTIA 1842–1942« (Sie dienen durch ihr Können und ihre gewissenhafte Hingabe), das Motto der Gesellschaft.