Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

RKI-Bericht
-
Grippewelle hat begonnen

In Deutschland hat die Grippewelle begonnen. Das teilte das Robert-Koch-Institut gestern in Berlin mit. Dominiert wird die Situation durch das Influenza(A)-H1N1pdm09-Virus. SARS-CoV-2 ist derzeit selten.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 16.01.2025  10:15 Uhr

Nach Ende der Weihnachtsferien ist die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen (ARE) auch in der zweiten Kalenderwoche 2025 weiter angestiegen. Das ARE-Geschehen werde zunehmend durch die Zirkulation von Influenzaviren bestimmt, heißt es im aktuellen Wochenbericht der AG Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI). Die Grippewelle 2024/25 hat laut RKI-Definition mit der ersten Kalenderwoche dieses Jahres begonnen. »Influenzaerkrankungen werden in allen Altersgruppen verzeichnet, der dominierende Influenzavirussubtyp ist A(H1N1)pdm09.«

Maßgeblich für die Einschätzung sind Ergebnisse aus einem Überwachungssystem, bei dem Proben von Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen untersucht werden. Vom Beginn der Grippewelle

kann man laut RKI-Definition vereinfacht sprechen, wenn in jeder fünften Patientenprobe Influenza-A- oder -B-Viren nachgewiesen werden. Bereits vergangene Woche hatten die Experten mitgeteilt, dass der Beginn der Welle sich andeute.

Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der zweiten Kalenderwoche 2025 in insgesamt 108 der 174 eingesandten Proben aus den kooperierenden Arztpraxen respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Influenza-A- und -B-Viren (29 Prozent), mit Abstand gefolgt von humanen saisonalen Coronaviren (hCoV, 10 Prozent), Adenoviren und Rhinoviren (je 7 Prozent). Andere Viren wie humane Metapneumoviren (hMPV, 5 Prozent), Respiratorische Synzytial-Viren (RSV, 4 Prozent), Parainfluenzaviren (PIV, 3 Prozent) und SARS-CoV-2 (2 Prozent) sind nur noch vereinzelt zu finden.

Damit sind Grippeviren derzeit für die meisten ARE verantwortlich. Laut RKI-Angaben wurden in der vergangenen Woche 11.069 laborbestätigte Fälle an das Institut übermittelt. In der Vorwoche waren es rund 4930 Erkrankungen. Seit Saisonbeginn Anfang Oktober seien es insgesamt fast 29.470 gemeldete Influenzaerkrankungen, von diesen wurden 6325 hospitalisiert.

Impfung immer noch möglich

Für eine Grippe typisch ist oft ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen. »Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu«, erklärt das RKI. Eine Grippeschutzimpfung wird in Deutschland unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen und Menschen mit erhöhtem beruflichen Risiko empfohlen. »Alle Personen, für die die Ständige Impfkommission die Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich schnellstmöglich noch impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist«, heißt es vom RKI.

Mehr von Avoxa