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Konflikte und Klimawandel
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Gesundheitssysteme nicht krisenfest

Eine neue Studie des Beratungsunternehmens »Roland Berger« zeigt, dass Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt nicht ausreichend auf Krisen und Konflikte vorbereitet sind. Doch bei den Akteuren in der Politik und dem Gesundheitswesen fehlt es nicht an Problembewusstsein.
AutorKontaktPZ
Datum 16.10.2026  08:00 Uhr

Gesundheitssysteme weltweit geraten unter wachsenden Druck – durch alternde Gesellschaften, fehlendes Personal, geopolitische Konflikte, Cyberangriffe und Klimafolgen. Die achte Ausgabe der Roland-Berger-Studienreihe »Future of Health«, über die das Strategieberatungsunternehmen in einer Pressemitteilung berichtet, zeigt: Die Dringlichkeit ist erkannt, doch zwischen Problembewusstsein und tatsächlicher Vorsorge klafft eine erhebliche Lücke. Für die Studie wurden 486 Fachleute aus Politik, Kostenträgern, Versorgung sowie Pharma- und Medizintechnikunternehmen international befragt.

81 Prozent der Befragten sind demnach überzeugt, dass die Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen künftig wichtiger wird. In Deutschland liegt der Anteil sogar bei 86 Prozent, in der Schweiz bei 79 Prozent und in Japan bei 60 Prozent. Ausgerechnet bei den als besonders schwerwiegend eingestuften Belastungen – demografischer Wandel, Fachkräftemangel und geopolitische Konflikte – wird die eigene Vorbereitung am schwächsten bewertet. Kein einziger Befragter hält sein Gesundheitssystem für vollständig gerüstet, um geopolitisch bedingte Störungen zu bewältigen.

Widerstandsfähigkeit vor Bezahlbarkeit

Die Bereitschaft, in Vorsorge zu investieren, ist laut der Studie dennoch hoch: 73 Prozent stellen Widerstandsfähigkeit vor kurzfristige Bezahlbarkeit. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In den USA befürworten 84 Prozent diesen Kurs, in Europa 78 Prozent und in Asien 75 Prozent. Im Nahen Osten sind es dagegen nur 42 Prozent; dort priorisieren 58 Prozent die Bezahlbarkeit. Auch bei der Verantwortung zeigen sich in der Studie Spannungen: 60 Prozent sehen vor allem öffentliche Institutionen in der Pflicht. Für die praktische Umsetzung werden jedoch Krankenhäuser und andere Leistungserbringer mit 62 Prozent am häufigsten als zentrale Akteure genannt, knapp vor nationalen Regierungen mit 59 Prozent.

»Widerstandsfähigkeit darf kein Schalter sein, den Gesundheitssysteme erst in der Krise umlegen. Sie muss im Alltag fest verankert, klar finanziert und eindeutig verantwortet werden. Wer Reservekapazitäten, sichere Lieferketten und digitale Frühwarnsysteme erst aufbaut, wenn die Versorgung bereits unter Druck steht, handelt zu spät«, sagt Thilo Kaltenbach, Senior Partner bei Roland Berger.

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