| Jennifer Evans |
| 29.07.2026 18:00 Uhr |
Viele junge Erwachsene sind noch nicht bereit, ihre Gesundheitsversorgung selbst in die Hand zu nehmen. / © Shutterstock/Halfpoint
Fast jeder sechste Elternteil berichtet, dass sein Kind keine grundlegenden Aufgaben rund um die eigene Gesundheitsversorgung übernimmt – etwa Termine vereinbaren, die Familienanamnese angeben oder selbst einschätzen, wann medizinische Hilfe nötig ist. Das geht aus einer Umfrage des »C.S. Mott Children’s Hospital« der University of Michigan auf Basis der Antworten von mehr als 1500 Eltern hervor, die mindestens ein Kind im Alter von 18 bis 25 Jahren haben.
Viele junge Erwachsene sprechen demnach zwar mit Ärztinnen und Ärzten und folgen Therapieempfehlungen, doch weitaus weniger vereinbaren eigenständig Termine, füllen Formulare aus, verstehen Details ihrer Krankenversicherung oder entscheiden selbst, wann sie medizinische Versorgung benötigen.
Eltern nennen vor allem fehlendes Wissen und mangelnde Erfahrung als Gründe. Mangelnde Reife oder Bereitschaft spielen in den Augen von Mutter und Vater dagegen eine geringere Rolle. Trotzdem schätzt sich mehr als die Hälfte der Eltern selbst als sehr positiv ein, was die Vorbereitung ihres Kindes betrifft, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Mehr als um chronische Erkrankungen sorgen sich die Eltern laut Umfrage um die Lebensgewohnheiten ihrer jungen Erwachsenen. Mehr als die Hälfte nannte übermäßige Bildschirmzeit als aktuelle oder potenzielle Gesundheitsgefahr. Und rund vier von zehn nannten außerdem jeweils Stress, Schlafmangel, ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel als Hauptprobleme. Auch die Kosten eines gesunden Lebensstils empfinden viele Eltern als belastend für den Nachwuchs.
Dabei hat gerade für junge Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen der Übergang zum eigenen Gesundheitsmanagement große Bedeutung. Sie müssen ihre Diagnose kennen, Medikamente benennen können und wissen, wie sie Rezepte erhalten oder Kontrolltermine organisieren. Fachleute wie Co-Direktorin der Mott-Umfrage Sarah Clark betonen, dass frühe, kontinuierliche Aufklärung der Schlüssel ist. Eltern müssten Verantwortung schrittweise übergeben und damit Selbstvertrauen fördern.